Posts by Hans-Heinrich

    Danke Richard und Wolfgang für eure Antworten!


    einmal interessant zu hören, daß es keine prinzipiellen Argumente gegen den Schlitten gibt. Die Anforderungen an die Genauigkeit sind mir bewußt (hoff' ich wenigstens ... :whistling).


    Einerseits möchte ich ein Korrektor/Reducer verwenden, da muß im Falle des 'Kellerschen' Korrektos der Fokus mindestens 85mm über der Okularhülse liegen, andererseits denke ich auch an eine Barlow-Linse und in diesem Fall wandert mir der effektive Fokus je nach Barlow Faktor dann gehörig weit nach außen. Da wär ich mit einem Schlitten doch fein dran, weil ich dann den Fokus näher an den Tubus legen kann. Sicher ein Vorteil, wenn man eine Kamera dran hängen hat und der Hebel nicht so groß ist.
    Sehe ich da was falsch?


    @Richard, Du hast sicher recht, daß ein fertig gekaufter Schlitten teurer ist als ein Auszug, allerdings fällt das bei Selbstbau wohl weniger in's Gewicht und die Arbeitszeit darf man bei unserem Hobby sowieso nicht rechnen.

    Hallo miteinander,


    nach Fertigstellung des Spiegels bin derzeit dabei, meinen Newton D=350mm f/D=5,8 zu dimesionieren.
    Ich tendiere derzeit dazu, einen Okularschlitten zu bauen anstatt eines konventionellen Okularauszuges.
    Ich sehe es als Vorteil, daß ich damit in einem recht weiten Bereich den Fokus anpassen und diesen sowohl für's visuelle Beobachten als auch für's Photographieren optimal, d.h. möglichst nahe an den Tubus, legen kann. Eine 'Motorisierung' scheint mir auch beim Schlitten kein größeres Problem zu sein als beim Auszug.


    Für mich steht fest, daß ich sowohl Auszug als auch Schlitten selber machen werde, ich überlege jetzt nur, was von den beiden?


    Meine Frage an die Community ist nun, ob es ev. schwerwiegende Argumente gegen einen Schlitten gibt.
    Bin für Weitergabe von diesbez. Erfahrungen eurerseits sehr dankbar!

    Hallo Achim,


    finde ich super, daß Du Dich über eine Schmidtplatte drübergetraut hast!
    In diesem Zusammenhang würde mich folgendes interssieren.


    Wie hast Du den Unterdruck erzeugt?
    Wie hast Du die Platte gegen die Unterdruckkammer hin abgedichtet und ist der Druck dann konstant geblieben?


    Grüße
    Hans-Heinrich

    Danke für das (Voraus-)Lob :)


    Auch mit dieser Software kann es natürlich passieren, daß man nicht genau in der Zone steht in der man eigentlich stehen will. Deshalb auch mein Rat, vor dem Spiegel die Zentrierleiste mit Nägeln anzubringen. Da sieht man rasch, wenn die Maske verschoben ist und vor allem ist das verlässlicher als ein Justieren der Maske ausschließlich nach dem Spiegelumriß.
    Generell gilt: Die Justierung kann man auf's pixel genau vornehmen. Je höher die Auflösung (in pixel) des webcam-Bildes ist, je mehr pixel es also in der Breit einnimmt umso genauer kommen auch die Zonen zu liegen.
    Bei meinem Spiegel war es z.B. so:
    Beite des Spiegels am Bildschirm ca. 500 pixel
    Spiegeldurchmesser 350mm
    => Auflösung 350/500 = 0,7mm

    Normalerweise sind die Zonenmasken wie sie während des Parabolisierens im Foucault Verfahren verwendet werden physische Masken, die direkt vor dem Spiegel aufgestellt werden. Ich möchte hier eine Software-Variante solcher Couder Masken vorstellen.


    Ich habe eine Software entwickelt, die eine Zonenmaske virtuell am Bildschirm nachbildet - eine physische Maske ist nicht mehr notwendig.
    Grundvoraussetzung ist, daß das 'life'-Messbild am PC-Bildschirm verfügbar ist (z.b. via Webcam)!


    Die Software arbeitet völlig unabhängig von der verwendeten (Web)cam und deren Treibersoftware, da die virtuelle Maske eine komplett eigenständige Applikation ist. Die Maske (und nur diese) überdeckt alle anderen Bilschirminhalte und kann pixelgenau über das Messbild positioniert werden. Alle geöffneten Programme bleiben uneingeschränkt bedienbar, überdeckt wird ausschließlich das Foucault-Bild des Spiegels!


    So sieht das dann beispielsweise aus für die Zone 1:
    astro-foren.de/wcf/index.php?attachment/527/


    oder für Zone 3 (bei 6 Zonen insgesamt):
    astro-foren.de/wcf/index.php?attachment/528/


    Ich sehe in der virtuellen Maske folgende Vorteile:

    • Es ist immer nur jene Zone 'offen' die man vermessen will - keine Störung durch benachbarte Zonen, das Vergleichen der Verdunkelung wird wesentlich vereinfacht.
    • Keine Beugungserscheinungen an den Kanten - auch schmale Zonen sind damit realisierbar
    • Die Anzahl der Zonen ist beliebig variierbar. Man kann innerhalb von Minuten unterschiedliche Masken direkt am Foucaultbild testen, bevor man sich für eine bestimmte Zonenzahl entscheidet.


    Die Durchführung einer Messung gliedert sich in folgende Schritte.


    Schritt 1)
    Aufstellen und Justieren des Spiegels, Zentrieren der Messerschneide und Darstellung des life-Bildes am Bildschirm wie gewohnt.


    Schritt 2)
    Start der Applikation.


    astro-foren.de/wcf/index.php?attachment/532/


    Es werden die notwendigen Spiegeldaten sowie die Zahl der Zonen und deren Ausprägung (Breite und Höhe der dargstellten Zonenöffnung) definiert. Mittels 'Enlarge Aperture' kann weiters die Höhe der Öffnung mit dem Index der Zone variiert werden, d.h. die Öffnungen von weiter außen liegenden Zonen werden von Zone zu Zone höher (hat sich als sehr hilfreich erwiesen)
    Die Berechnung der Zonen erfolgt aus den eingegebenen Randbedingungen automatisch. Derzeit nach der von Texereau vorgeschlagenen Formel (How to Make a Telescope, Kapitel 2.31, oder analog auch bei Trittelvitz).
    All diese Einstellungen sind nur einmalig durchzuführen. Das Tool merkt sich sämtliche Daten; es ist also nicht erforderlich bei jeder Messung wieder von vorne zu beginnen!


    Schritt 3)
    Anpassen des Maskendurchmessers und zentrieren der virtuellen mittleren Zonenradien über dem Foucault-Bild des Spiegels.
    Im Control-Center des Tools wird Position und Größe der Maske eingestellt:


    astro-foren.de/wcf/index.php?attachment/530/


    Es empfielt sich die Anfertigung einer Leiste mit Zentriermarken (z.B. Nägel) die die exakte Lage der mittleren Zonenradien markieren. Diese Leiste wird zentrisch vor dem Spiegel angeordnet und hilft bei der 'Eichung' der Maske. Es genügt die Markierung der Spiegelmitte und der Mitte einer randnahen Zone. Das sieht dann so aus (die Köpfe der Markierungsnägel sind ausschalggebend):


    astro-foren.de/wcf/index.php?attachment/529/


    Die Anzeige der Maske, der Zentrierlinien und Zonenradien kann je nach Bedarf zu- oder weggeschaltet werden.


    Schritt 4)
    Die Messung erfolgt wie gewohnt Zone für Zone. Mit einem Mausklick kann zur jeweils folgenden Zone gewechselt werden. Die Aufeinanderfolge der Zonen kann eingestellt werden (entweder Zone 1 bis Zone n und dann wieder beginnend mit Zone 1 oder 1-n und dann retour n-1)


    Direkt in der Anwendung kann man beliebige viele Meßserien (Readings) eintragen. Die Durchschnittswerte (AVG) der Zonnenmessungen werden automatisch berechnet und können in Auswertungsprogramme (z.b. FTA, FigureXP) übernommen werden.


    astro-foren.de/wcf/index.php?attachment/533/


    Fazit:
    Ich habe meinen kürzlich fertiggestellten 350mm Spiegel (1:5,8) ausschließlich mit dieser virtuellen Maske parabolisiert. Wolfgang Rohr (AstroOptik) hat den Spiegel geprüft und für gut befunden!
    Bis zu einem Durchmesser von 350 mm funktioniert das Verfahren sehr gut, ich schätze aber, daß auch größere Spiegel (bis 500mm?) durchaus auf diese Art vermessen werden können, solange das am Bildschirm dargestellte Foucault-Bild eine ausreichende Auflösung hat.


    Die Software läuft unter Windows XP und Vista (andere habe ich nicht getestet)


    Sollte jemand interessiert sein, die Software zu testen - ich gebe sie gerne weiter (freeware)!
    Kontaktdaten unter http://www.sonderloesungen-wenk.at/