Posts by Ralf

    [quote='Dominique','http://astro-foren.de/WBB4/index.php/Thread/?postID=46279#post46279']und einer dieser anderen - ich :1eye: - würde dich bitten,
    deine Erfahrungen hinsichtlich von Halbapos - oder ED-Rfraktoren hier für mich / uns nieder zu schreiben.


    Hallo Dominique,
    vor lauter Teleskoptreffen und vieler Post bin ich Dir obige Antwort noch schuldig und will die Frage aus meiner Sicht beantworten.


    Ich habe 1990 mit einem Astrophysics ED 120/1000 angefangen. Da stand Apo drauf und ich war mächtig stolz. Ich war auch überzeugt ein farbreines Gerät zu besitzen und konnte damals keinen Farbfehler erkennen.
    Nach einem Jahr Beobachtung konnte ich feststellen, dass der Zenitspiegel schlicht schlecht war und verspannte Bilder zeigte; eine Nacht mit gutem Seeing war der Schlüssel.
    Dann wurde ich der Sache misstrauisch und versäumte leider auf einer Astro-Messe in Ulm mein Gerät auf dem Zeiss-Prüfstand vorzustellen.:angry:
    Das Gespräch dort endete mit einer Einladung zu Zeiss Jena, der ich nachgekommen bin. Dort in dem einmaligen Prüfstand im Keller mit 50m langen kühlen Tunnel, Planspiegel und wieder zurück herschte eine einmalige Luftruhe.
    Als die Zeissianer nach und nach durch meinen tollen ED-Apo blickten, wurde ich der Kommentare wegen immer Kleinlauter " Soll das ein Apo sein?" oder " Ich würde sagen, die Optik ist verspannt" usw.
    Als ich dann durchblickte, sah ich einen dreieckigen Stern etwas farbig und ich bekam ein ungutes Gefühl in der Magengegend.
    Zum Vergleich hatten die Leute ein Meniscas 180 und ein APQ hingestellt.
    Da war ich doch platt:huh:
    Leider wollten die Zeissianer mir nicht helfen oder durften nicht.
    Aber Einer half mir auf privater Basis und das ist eine dicke Freundschaft geworden.
    Das Objektiv wurde vier Stunden lang zerlegt, gereinigt, die Abstände verändert, verdreht, zentriert und schlicht optimiert.
    Danach hatte ich einen sehr gut abbildenden ED!


    Trotzdem wollte ich langfristig mehr, weil ich etwas Bessers im Prüfraum erblickt hatte.
    Nach und nach hat das dann nach 15 Jahren zum APQ 200/2000 geführt, einem Selbstbau Refraktor.


    Aus obiger Erfahrung und auch aus mehr wie 100 durchgesehenen Refraktoren, des nachts oder auf optischen Bänken ist für mich die Reihenfolge:



    Sphärische Korrektur
    Öffnung
    Farbreinheit


    Das Ganze ist natürlich in Relation zu sehen. Bei einem Blausaum FH ist der Farbfehler dominierend und bei Apo kommt es dann wieder auf Feinheiten in der Sphärischen Korrektur an.


    Mit größerer Öffnung muss beim Apo viel getan werden, um die Bedingungen einzuhalten. Größeres Öffnungsverhältnis oder bessere Gläser vewenden oder auch Einsatz der Asphärisierung.


    Bei kleinerer Öffnung ist das viel leichter einzuhalten und ich meine bis 120mm Öffnung in ganz gutem Maß auch mit einem Zweilinser ED.
    Leider werden diese 2-Linser ED gerne in einen Topf geworfen, was ich nicht für gut finde.
    Derzeit habe ich einen VIxen ED 115S und einen Astro-Professional ED 110/770 bei mir.
    Beide sind sphärisch sehr gut; der Vixen ED ist aber so farbrein, dass ich den Apo Aufdruck aus der Beobachtung bestätigen kann.
    Er ist sichtbar farbreiner als ein Meade ED 127 Tripplet.
    Am Tage ist ein Blausaum nur mit Mühe als Flaum erkennbar. Nachts am Stern ist der ED beim unscharf stellen Intra- und Extafokal entsprechend farbig, im Fokus gut farbrein, die Restfarbe geht mehr in die Beugung und braucht gute Bedingungen um erkannt zu werden. Bei optimalen Zubehör z.B. Binoansatz mit Glasweg ist dann die Farbreinheit sowieso nicht mehr weit vom Vollapo entfernt, der hier ülicherweise eine Verschlechterung erfährt.


    Den Vixen ED Halb-Apo mit Tendenz zum Vollapo halte ich gerade in der Größe und Ausführung für hoch interessant.
    + Der ist so leicht, dass eine GP-DX mit dem Gewicht klar kommt
    + Balkongerät
    + kühlt schnell aus
    + nicht kopflastig, gut zu balancieren
    + arbeitet gut mit Glasweg sprich Bino zusammen
    + Zwei Linsen bereiten in der Regel wenig Ärger mit der Justage und sind stabil
    - der Preis ist relativ hoch


    Wenn so ein Gerät mit sehr guter sphärischer Korrektur ausgeführt in Deine Hände gelangt, so ist das meiner Meinung nach ein super Kompromiss und ein Gerät mit sehr hohem Gebrauchswert.
    Wenn man das Absolute sucht und dann in die Ecke Schiefspiegler oder Vollapo gedrängt wird, gewinnt man hier im gewissen Rahmen aber im Gesamtrahmen wie Aufbau, Montierungsgröße und Handling geht man auch einen Kompromiss ein.
    Jeder muss für sich eine Gesamtbewertung durchführen, auch mit seinen finanziellen Möglichkeiten.


    Viele Grüße
    Ralf

    Hallo Christoph,


    Hallo Ralf und alle anderen,


    falls das jetzt der Punkt ist, an dem sich alle auf die Kompromiss-Statements zurückziehen wollen ("Jeder mag anders und bei schlechtem Seeing sowieso nicht." :whistling) möchte ich folgendes feststellen:


    danke für den Hinweis. Du hast offenbar eine gesunde Einstellung zu solchen Diskussionen, die anderorts oft sehr hitzig geführt werden. So sachlich wie hier wird in anderen Foren zu dem Herzensthema "bestes Teleskop" nicht miteinander umgegangen. Das geht manchmal in Richtung Religion und Fanatismus.
    Wie es dazu kommen kann, habe ich Versucht zu erklären.


    Ich kann vermutlich wie viele andere Beobachter nicht so soviel zum Thema Schiefspiegler beisteuern, weil die Geräte relativ selten anzutreffen sind.
    Ich konnte auch nur einmal mit einem 8" Schiefspiegler beobachten und das Ergebnis war nicht so toll. Das Gerät hat dem Besitzer auch einiges abverlangt und vielleicht war es auch nicht optimal justiert.


    Vermutlich hat die Idee mit dem Teleskoptreffen auch vom Thema abgelenkt und wir sollten dazu ein einen neuen Thread aufmachen.


    Clear Skys
    Ralf

    Guten Abend Wolfgang,
    dann brauchen wir eine angenehme Nacht an einem Wochende im Frühjahr.
    Auf dem Rasen können 4 oder 5 zusätzliche Teleskope aufgestellt werden, so dass es ein kleines Teleskoptreffen werden könnte.
    Dann könnten wir einen größeren Kreis der Forenteilnehmer einladen und unsere Diskussion praktisch vertiefen, ohne dass ich hier die Diskussion beenden will.


    Die Idee mit Sternen um Epsilon Lyra verstehe ich derzeit noch nicht.
    Hier kann mehr die Grenzgröße eines Teleskops getestet werden, weil die inneren Abstände keine Herausforderung sind.
    Der Saturn mit dem schmalen Ring ist sicher eine härtere Nuss, wenn die Ringteilung unter dem Winkel beobachtet wird.


    Vielleicht stelle ich wieder auf der AME 2010 aus. Letztes Jahr habe ich pausiert.


    Viele Grüße
    Ralf

    Hallo Winfried,
    gestern war Uwe bei mir und hat zu der Bebachtung einen Beicht im "Regionalforum" geschrieben:
    http://forum-stellarum.silbers…rg/showthread.php?tid=376


    Wolfgang Rohr und Du haben jeweils am Trapez nur die vier Hauptsterne gesehen, wir konnten alle Sechs Sterne trennen.:1eye:


    Wir Alle sind der Meinung, dass das Seeing schlecht war und gehen bei -10C° raus in die Kälte, hauptsache mal wieder Beobachten.


    Aber der Punkt den ich Herausstellen will ist der, dass wir Subjektiv alle ein schlechtes Seeing für den 16.02 an drei Standorten attestiert haben und trotzdem konnten wir objektiv unterschiedliche Details wahrnehmen. :smartass:


    Das klappt bei den 6 Trapezsternen recht gut, weil die E Komponente schwieriger als die anderen vier Hauptsterne ist und F nochmals enger steht und schwieriger zu sehen ist.
    Ich konnte vor Jahren bei sehr guter Luft alle 6 sterne mit meinem 100/640 trennen. Mit mehr Öffnung geht es natürlich leichter.
    Also einfach zu sagen, gesehen oder nicht gesehen:blink:


    Bei Planeten ist es schwierig so eindeutig zu unterscheiden. Die Qualität der Abbildung an Planeten wird aber bestimmt von der Luft im gleichen Maße bestimmt.


    Wenn unter solch unterschiedlichen lokalen Bedingungen beobachtet wird, fallen natürlich auch die Ergebnisse höchst unterschiedlich aus. Diese werden dann aber auf das Gerät übertragen und dann heißt es überspitzt so:


    Ich habe mit eigenen Augen gesehen und natürlich intensiv vorher darüber gelesen dass ein hervorragender 60mm Fluorid Apo einem 200 SCT weit überlegen ist und es ist ganz deutlich dass die Obstruktion und Rauhheit usw.....:glare:


    Ich schlage einen Großversuch vor, wo 100 Leute an für Sie unbekannten Geräten, die aber vorher vermessen wurden, mit einem Bewertungsbogen oder Checkliste hochstehende Planeten und Doppelsterne bei natürlich bestem Seeing beobachten und bewerten.
    Dabei sollten möglichst unterschiedliche Öffnung und Gerätetypen, eben Alles vertreten sein.
    So was ginge wenn überhaupt nur an einem Teleskoptreffen.
    Super ginge das auf der Florida Starparty, wo eben auch der angesprochene Matthias Wirth öfters beobachtet.
    Er sagte mir dazu, dass die reiheweise vorhandenen TEC Fluorit Apos und Christen Geräte einmalige Abbildungsleistung an den Planeten erreichen, aber der Blick durch einen großen Dobson bei dem Seeing dort die 8" Apos sagen wir "ganz nett" erscheinen lässt.


    Das Seeing und eben auch das lokale Seeing, Optik und Augen zusammen machen unsere Beobachtungen individuell und deswegen nicht übertragbar.


    Man glaubt nur was man sieht und was man nicht sieht glaubt man auch nicht:huh:


    Den Spruch könnte ich künftig unter jedem Post setzen:1eye:


    Winfried, wenn Uwe das nächste Mal zu mir kommt fahr doch einfach mit.
    Wenn Wolfgang Rohr sich den Weg zumuten will, ist Er hiermit auch gerne eingeladen.


    Viele Grüße
    Ralf

    Hallo Wolfgang,
    gerade wollte ich dem Dominique etwas zu meiner Erfahrung mit 2-Linser ED Refraktoren schreiben, da lese ich Deinen Beitrag und da hat es sozusagen bei mir "Click" gemacht:cool2:


    Deine Erfahrung im Prüfraum ist sehr groß und weil die Bedingungen dort verhältnismäßig gleich sind auch vergleichbar. Jedenfalls kannst Du dort Fehler wahrnehmen, die in der Praxis vielleicht gar nicht wahrnehmbar sind und ich denke Du bist darüber etwas zu streng mit der Bewertung geworden bist.
    Die Bewertung ist doch die eigentliche Aussage und auch die Schwierigkeit.


    In der Praxis kommt dann Justage, Auskühlung, Temperaturverhalten, Seeing usw. dazu, die durchaus auf Gerätegröße und Typ unterschiedlich starke Auswirkungen zeigen.


    Und jetzt möchte man meinen, dass Praxisberichte uns weiterhelfen und wir uns vielleicht einer allgemein anerkannten Planetenfernrohrdefinition näher können.


    Jeder macht da seine Erfahrung und ich halte natürlich meine Meinung für Richtig und fundiert. Aber das gilt natürlich auch für die anderen Meinungen und Erfahrungen der Autoren hier. Und die sind durchaus unterschiedlich!:ohmy:


    Gestern zum Beispiel hatte Meteoblue ein Seeing von 2,2" vorhergesagt. Kein guter Wert - es geht durchaus bis unter 1.0" in der Vorhersage.
    Wir beobachteten gestern zu Dritt und dass Seeing war wirklich kein Planetenseeing. Weit entfernt von der Auflösung des 8" Refraktors und natürlich noch mehr vom 16" Spiegel.
    Zu Beginn war am Trapez die E Komponente am 16" leicht zu sehen und die F Komponene bitzte auf und klebte etwas am hellen Begleiter, müsste A Komponente sein.
    Später, als Orion höher am Himmel stand und das Seeing an Mars wirklich nicht besser wurde schauten wir wieder auf die Trapezsterne.
    Jetzt war auch F leicht zu sehen, mit etwas Luftabstand. Vergrößerung ca. 140x im 31mm Nagler am 16".
    Z.B. war am 7.2 der Abstand bei der F-Komponente so groß, da hätten drei Stück dazwischengepasst.


    Wenn ich mir jetzt Deinen Mars bei dem beschriebenen Seeing vorstelle, so stelle ich mir das Schrecklich vor. Es war ja auch bei mir nicht gut.
    Das sind dann die Praxiserfahrungen die jeweils als Maßstab gelten, wenn kein Vergleich möglich ist.
    Und so verstehe ich die vielen unterschiedlichen Erfahrungen hier, die wir wohl nie auf einen Nenner bringen können.:sad:


    Viele Grüße
    Ralf


    Zitat von Wolfgang:
    Hauptproblem bei aller Betrachtung ist, daß wir perfekte Systeme voraussetzen, deren Individualität ich jedesmal vorgeführt bekomme. Es sind also immer irgendwelche optischen Fehler, die das perfekte Bild trüben.

    Und wenn dann, nach einer langen Durststrecke, heute abend endlich der Himmel wieder einmal offen war, und mein 15-Zöller Dobson nach 2.5 Stunden Auskühlzeit auch nur wieder die Trapez-Sterne mit einem schönen Nadelkranz zeigte, wo ich die Komponente E und F zu sehen wünschte, und demzufolge der Mars zwar sehr hell zu sehen war im Zenit, nur mehr war da nicht, dann waren für die Planeten-Beobachtung heute zu viele Eiskristalle im Spiel. Derartige Erfahrungen mache ich am Saturn bereits seit Jahren.

    Hallo Christoph,
    auf die konkrete Frage:


    PS: Falls jemandem der Einwand einfällt, es gäbe ja leute mit mehrern Sportwagen: 1. Welchen würde man zuerst kaufen? 2. Spricht etwas gegen einen Schiefspiegler?


    Ich würde den sportlichen Refraktor mit 120mm oder sogar 130mm als erstes nehmen. Je nach finanzieller Möglichkeit und Anspruch gibt es hier wiederum eine größere Auswahl.
    In der Größe bringen die Geräte Ihre Vorteile voll ein, weil voll transportabel und wenig Seeing anfällig. Nicht nur wegen der Öffnung sondern besonders wegen dem geschlossenden System.
    Besonders weil diese Optiken so Pflegeleicht sind und gut geschützt lebenslange Freude bereiten können wäre das meine erste Wahl.


    Ein 6" Refraktor ist finanziell inklusive der nötigen Montierung ein teures Gerät.
    Der Schiefspiegler verlangt Dir mehr an Wille zur Justage und Pflege sowie sorgfältigere Handhabung ab. Mit Handhabung meine ich beim Refraktor vorne und hinten Deckel drauf und ab in die Kiste. Der Rohrtubus kann auch im Dunkel überall angepackt werden.


    Ich sehe den Schiefspiegler ab 200mm und mehr von der technischen Seite als interessante Alternative für Planetenbeobachtung. Darunter halte ich die anderen Geräte von der praktischen Seite für Interessanter oder anders gesagt ist die Leistung auch mit kompakterer Bauweise zu bekommen.
    Demnächst fange ich mit der Mechanik für den Bau eines neues 8" f/8 Schiefspieglerprojekts bestehend aus nur 2 Spiegel mit einer Obstruktion von 30mm an. Der Fangspiegel ist nähmlich hier durchbohrt!


    Wenn Dein Herz aber für den 150er Schiefspiegler schlägt, so schlag hier zu.
    Auch wenn Fraunhofer anderes gehauptet, sind die Geräte ja auch zum Anschauen gut:nerd:


    Clear Skys
    Ralf

    Tag Dominique,
    jetzt machst Du mir die Antwort aber schwer, aber ich will es versuchen.:huh:
    Deinem Gedankenkonstrukt kann ich nur teilweise folgen.
    Den Faden mit der Flächenhelligkeit kann ich soweit folgen, wobei bei DeepSky eine sehr geringe Auflösung des Auges angenommen werden kann. Da braucht es Vergrößerung um mehr an Details bei gleicher Flächenhelligkeit erkennen zu können.
    Bei Planeten gehe ich augenmäßig vom Tagessehen aus und einer individuellen Sehschärfe im Bereich von 3 Bogenminuten oder besser . Zum Erkennen brauche ich einen gewissen Kontrast und Helligkeit. Wenn ich bei einem 200mm Teleskop gleich hoch vergrößere wie bei einem 100mm Teleskop habe ich jedenfalls die doppelte Flächenhelligkeit.
    Deswegen meine ich dass der Gewinn nicht alleine durch die Vergrößerung wirksam wird.
    Bei gleicher Austrittspupille gewinne ich an der Flächenhelligkeit mit mehr Öffnung nichts, da stimmen wir überein.


    Wenn ich z.B. einen White Oval Spot auf Jupiter mit kleinem Fernrohr beobachte, so ist mit kleiner Öffnung unterhalb der Auflösung des Teleskops nur noch ein Kontrastunterschied zu sehen. Dann wäre das ja praktisch eine Punktlichtquelle wie ein Stern nur mit weniger Kontrast!
    Zwei White Oval Spots in engem Abstand wie zwei Doppelsterne?
    Im großen Teleskop aufgelöst, im kleinem Teleskop ein länglicher Strich?


    Bei maximaler Auflösung geht bei einem Teleskop der Kontrast aus. (MTF Kurven) Eigentlich bleibt man deswegen immer unterhalb einer gewissen sinnvollen Grenze und geht nicht in die Übervergrößerung. Bei einem größeren Teleskop kann meinem Verständnis nach die absolute Vergrößerung ein Stück höher getrieben werden und dabei noch ein Plus an Kontrast gerettet werden.
    Bei größeren Optiken wird der Grenzbereich durch das Seeing zunehmend schwieriger erreicht, aber man arbeitet in der Regel nicht im Grenzbereich.


    Ich hoffe, wir reden nicht aneinander vorbei und sind sowieso vom Einganspost weit entfernt.:ohmy:


    Mal weg von der Theorie zur persönlichen praktischen Erfahrung oder subjektiven Sicht. Bleibe ich bei Apos, so hatte vor Jahren den Spaß einen 100, 130 und 150mm nebeneinander auf der Montierung zu haben und den damals hochstehenden Jupiter und Saturn wechselnd zu betrachten.
    Von 100mm auf 130mm war es ein großer Sprung und Gewinn in den Details. Von 130mm auf 150mm war es eben ein wenig größer, aber ich konnte eigentlich keine Details mehr erkennen.
    Heute habe ich einen 200mm Apo eigener Marke und der überspringt mal sallop gesagt eine Schwelle und zeigt mir vorher nicht gesehene Details, obwohl die Planeten ungünstiger stehen.
    Seit Sommer letzten Jahres ist nun ein optisch sehr guter 16 " ACF daneben und ich kann immer hin und her vergleichen.
    An Planeten kann ich mich bis heute nicht entscheiden, welches Gerät eine bessere Abbildung liefert. Mal ist das Eine in der Farben vorne, dann wieder das andere im Kontrast, jedenfalls liegen beide Geräte eng beisammen.
    Du hast jedenfalls Recht, dass ab 200mm ein Gewinn schwierig zu registrieren ist. Wobei ich Deinem C 8 nicht unrecht tun will, aber der gleich große Apo sicher eine andere Abbilungsleistung liefert.
    In der Summe bringt bei gleichem Gerätetyp steigende Öffnung Gewinn, der aber in der Praxis nicht wie eine Linie steigt, sondern eher in einer Kurve.
    Von 100mm bis 130mm mit steilem Anstieg, dann flacher werdend.
    Erstaunlich ist doch auch aber auch, dass ein doppelt so großer Spiegel hoher Qualität mit seinen Nachteilen von Obstruktion, Seeinganfälligkeit usw. mit einem sehr guten Apo mithalten kann, wenn das Seeing gut ist.
    Bei schlechtem Seeing läuft kein Gerät zur Höchstform auf!:blink:
    Ein 14" ACF Tubus ist für unter 4000Euronen zu haben, ein Tak TSA 120 fürs gleiche Geld. Der 14" ist natürlich kein Balkongerät, der TSA schon.
    Über Deep Sky brauchen wir bei dem Vergleich nicht zu sprechen:whistling
    Das ein sauberer abbildender Apo einfach Spaß macht, ist auch ganz meine Meinung. Apo ist vergleichsweise wie ein Sportwagen, so ein dicker Spiegel eher wie ein Diesel, und er der hat bekanntlich Drehmoment.:jerry:


    Clear Sky
    Ralf

    Hallo Dominique,
    zu Deinem Ergebnis kann man Theoretisch kommen und aus verschiedenen Gründen auch durch praktische Erfahrung. Beides ist aber tiefer zu hinterfragen.


    Die Frage zum Seeing interessiert mich auch, aber wie ist die Frage zu verstehen?
    Zwei gleichhelle Doppelsterne im Abstand von einer Bogensekunde trenne ich bestimmt in der Mehrheit der Beobachtungsnächte.
    Zwei ungleiche Sterne mit 3.Größenklassen Unterschied und einer Bogensekunde Abstand machen dagegen viel mehr Schwierigkeiten.
    Ich hatte Nächte, die am Mond ein wellenartiges Seeing mit niedriger Freuquenz zeigten und das Tal im Alpental ( 0,5" Breite ) war leicht zu erkennen. In anderen Nächten, wo mir das Seeing zunächst ruhig erschien war bei ungefähr gleichem Beleuchtungswinkel nichts vom Tal zu sehen.
    FWHM-Werte fotografisch bei Langzeitbelichtung mit 1" ist die Marke, die ich einmal in Deutschland "knacken" will. Bisher schaffte ich 1,1" in einem 60Sekunden Bild.
    Planetenbeobachtung, die zeitlich im Subsekundenbereichen wahrgenommen und aufgenommen werden erreichen auch Subarc-Auflösung. Das sind aber zwei unterschiedliche Themenbereiche zum Seeing.


    Dazu muss das Gerät imstande sein und das ist Öffnungsabhängig.
    Oft geht es um Kontrastunterschiede, was Geräte- und Qualitätsabhängig ist.


    Zugegeben wird mit zunehmender Öffnung die Luft "dünner" und die Möglichkeiten können selten ausgenutzt werden.
    Gerade bei großen Spiegel kommt es darauf an, dass die Qualität sehr gut ist, der Spiegel und der Tubus ausgekühlt ist und die Optik sehr gut justiert ist. Diese Kombination kommt meiner Meinung nach nicht so häufig vor.


    Ich möchte glaubhaft versichern, dass diese Umstände bei mir gegeben sind. Bei der Boebachtung mit hoher Vergrößerung von 500x an einem Stern in einer durchschnittlichen Nacht zerreißt das Seeing den Stern immer wieder, aber in ruhigen Momenten - zack steht der Stern mit Beugungsring vor mir.
    Dann habe ich die Auflösung und die wird bei Planetenbeobachtung auch genutzt.
    Bei schlechtem Seeing reißt der16" Spiegel allerdings nichts. Wenn einer der oben genannten Faktoren nicht stimmt, sieht es auch bei gutem Seeing nicht besser aus. Das ist das Schicksal der meißten Spiegel und spiegelt wohl auch Deine Erfahrung wieder.


    Der große Spiegel zeigt mir an Planeten Farben, die mit kleiner Öffnung kaum wahrnehmbar sind. Meine Glaskörpertrübungen freuen sich über eine größere Austrittpupille.
    Bei diesigem Himmel und dem dabei häufig gutem Seeing bleibt noch genug Helligkeit für schwächere Details. Das ist das Pro für die Öffnung.


    Ich stimme aber überein, dass das kontrastreiche Bild in einem 8" Refraktor oder Schiefspiegler so gut ist, dass hier kaum noch Wünsche offen sind.
    Auch ein 8" wird nicht häufig voll seine Möglichkeiten ausspielen können.
    Stelle ich aber ein 6" daneben, zeigt der 8" bei schlechtem Seeing mindestens das Gleiche, bei brauchbarem Seeing immer mehr wie 6" Öffnung.
    Ein Traum für wenige Planetenbeobachter, weil kaum finanzierbar oder kein Platz für permanente Aufstellung vorhanden ist.


    Deswegen fallen viele Beobachter dem Wahnsinn von mehr Öffnung anheim, als der "Vernunft" von wenig Öffnung für viel Geld.
    So gesehen, sieht der Betrachter mit viel Öffnung garantiert mehr als mit einem Teleskop, dass sich kaum jemand leisten kann.:whistling


    Gute Beobachtung wünscht
    Ralf

    Hallo Christoph,
    um auf Deine Eingangsfrage zurück zu kommen, halte ich den mechanischen Aufbau des Refraktors für seine stärkste "Waffe".
    Die Masse der Linsen, also der Wärmespeicher, liegt oben und im Tubus ist die Luft sauber geschichtet. Das Licht muss einmal durch den Tubus und der Eintritt liegt hoch.
    Die untersten Luftschichten verwirbelt durch Bodenbeeinflussung können das Seeing mutmaßlich auch beeinträchtigen.
    Wenn ich bei mir in der Kuppel in 7m Höhe beobachte ist das Seeing immer besser als bei dem Gerät montiert auf der Säule im Rasen, also 1,5m über dem Boden.


    Bei den Spiegeln schlägt die Qualitätsfrage viel mehr zu als bei den Linsenoberflächen, das wurde schon genannt.


    Wenn die Qualität passt und der Tubus keine Seeingbeeinträchtigung hervorruft ist kein Unterschied im Bild zu erwarten.


    Ich habe einen sehr guten ACF Tubus, der mich in der Leistung trotz der Obstruktion immer wieder zum Staunen bringt. Die 40cm Öffnung benehmen sich z.B.an den Jupitermonden immer unruhiger als kleinere Öffnungen. Wenn die Luft aber ruhig ist, ist die Öffnung bei einem guten Spiegel durch nichts zu ersetzen.
    Bei der Größe ist auch kein Vergleich zu einem 16" Refraktor oder Schiefspiegler angebracht, weil praktisch nicht vorhanden.
    Hingegen kann z.B. ein 14" Cassegrain auf einer Montierung sicher so gut getragen werden wie ein halb so großer Refraktor oder Schiefspiegler.
    Zudem ist so ein Teil preisgünstig.
    Wenn dann Preis, unterschiedliche Größen und Obstruktion verglichen werden, wird es schwieriger in der Wertung.
    Refraktoren oder Schiefspiegler lassen sich nur in kleineren Öffnungen verwirklichen, weil der Aufwand mit der Öffnung ungleich zunimmt.


    Wenn die Optik Spitze ist und die Bedingungen passen, kann mit jedem Teleskop eine beeindruckende Planetenbeobachtung durchgeführt werden.
    Nur zeigen große Teleskope einfach mehr:1eye:


    Viele Grüße
    Ralf

    Tag zusammen,
    da die Beobachtungen visuell durchgeführt wurden, kann der Vergleich oder die Bewertung zunächst nur für mich gelten. Ich verwende immer die gleichen Augen:blink:, vom Älter werden abgesehen.
    Selbst wenn wir Beide im Raumschiff nebeneinander sitzen und uns Jupiter mit seinen Monden ganz aus der Nähe gemeinsam betrachten können wir nicht mit Sicherheit sagen, dass wir das Gleiche wahrnehmen.
    Die Wahrnehmung können wir aber in Worte fassen und bei Übereinstimmung fühlen wir uns bestätigt oder verstanden.
    Deswegen darf ich auch mal mutig so eine Beschreibung als "Augenzeuge" loslassen, die der Leser ablehnen oder akzteptieren kann. Ein bischen Begeisterung schwingt mit, das gehört zum Hobby.
    Das wünsche ich auch jedem Sternfreund bei seiner Beobachtung. Die Begeisterung war aber schon als Kind mit einem Quelle Refraktor 10-30x30 da, durch den ich heute nicht mehr blicken wollte.
    Die Maßstäbe oder Anforderungen steigen mit der Zeit und wenn ein Produkt über viele Jahre und etliche vergleichende Beobachtungen immernoch vorne liegt, ist das schon ein Punkt den ich herausstellen möchte.
    Oft war ein Zubehörteil " Absolute Klasse" und das "Endgültige" bis dann etwas Besseres nachkommt. So geht es derzeit mit einigen Naglern und den Ethos.


    Die persönliche Hitliste ist sicherlich kein allgemeiner Fakt, aber eben mein persönlicher Fakt.
    Gerne teile ich solche Erlebnisse und wer mag kann eine Beobachtung in meiner Sternwarte mit mir durchführen. Das ist besser als tausend Worte, aber hier Forum weiß ich keine andere Möglichkeit.:happy:


    Viele Grüße
    Ralf

    Guten Abend Jürgen,
    ich habe Thilo eine Mail gesendet, dass Er doch bitte etwas über seine TOA Erfahrungen hier schreiben möchte.


    Das Thema Objektivtyp und Okulare ist ein wichtiges Thema. Auch die Okulare haben Ihren Anteil am System und passen nicht zu jedem Fernrohr.
    Ich gebe Dir recht, dass die Abbe Okulare zu dem APQ 100/640 nicht die richtige Wahl waren.


    Beim APQ 100/640 im besonderen Fall, bei anderen APQ Typen viel weniger, spielt die Bildfeldkrümmung eine wichtige Rolle. Das vergleichsweise stark gekrümmte Bildfeld führt bei den Abbe Okularen dazu, dass entweder auf die Mitte oder auf den Rand scharfgestellt werden kann. Bei hohen Vergrößerungen ist der Effekt gering, aber z.B. bei den 16mm Abbe war das sehr deutlich. Die Nagler kommen mit der Bildfeldkrümmung viel besser zurecht, aber trotzdem sind die Voraussetzungen bei f/8 viel günstiger als bei f/6,4.
    Unter Verwendung von einem Glaswegkorrektor und Binoansatz war der APQ 100/640 aber Bestens in Form.
    Ebenso passt die Baader/ Zeiss Barlow prima zum Gerät.
    Mit Radian bzw. mit Olympus Okularen plus Barlow konnte ich hier sehr gute Leistungen erzielen. Pentax XL 5,2 hatte ebenfalls Abstriche in der Abbildung hinzunehmen.


    Bei den Abbe Okularen würde ich auch nach den Brennweiten unterscheiden. Die einzigen Okulare von der Serie die ich heute noch habe sind die 25mm. Die 25mm haben eine einzigartige Farbdarstellung, die ich bei keinem anderen Okular bisher gesehen habe. Völlig neutrale Farbdarstellung ohne Tönung oder Einfärbungen und dass in einer "kalten" Wiedergabe. Die Farben an Jupiter bei guter Durchsicht lassen mich schon vom Ansehen frieren. Bis heute kenne ich keine besseren Okulare in dieser Brennweite. Allerdings hat mir das Genuine Ortho mit 18mm besser gefallen als die 16mm Abbe. Das 16er kommt nicht an die Abbildung des 25mm heran.


    Viele Grüße
    Ralf

    [FONT=Arial, sans-serif]Hallo Jürgen,[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]interessant und ich glaube Dir ohne Wenn und Aber.[/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Bei den APQ ist mir schon auf dem ITT / Dobratsch vor Jahren aufgefallen, dass der Kontrast nicht Alleine von den Objektiven sondern besonders vom Tubus abhängt.[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Die Zeiss Tuben hatten nur wenige Blenden und der Auszug war glatt und nur matt ausgestrichen. Auf dem ITT zeigte ein Selbstbau C 110/750 am Orionnebel deutlich mehr Kontrast als ein APQ 150![/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Mein APQ hatte einen Borg Tubus mit Fließauskleidung und zusätzlichen, scharf angedrehten Blenden, so dass der Bildkontrast sehr hoch war.[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Die Verwendung von Glasweg beim APQ 100/640 war zwingend für ein gutes Ergebnis.[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Das Prisma muss von hoher Qualität sein, sonst wird hier das Bild deutlich beeinträchtigt.[/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Wenn ein oder mehrere der angesprochenen Punkte nicht gegeben war, dreht sich das Ergebnis schnell herum. [/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Leider haben wir nicht mehr die Möglichkeit den Vergleich der APQ´s durchzuführen.[/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Da die Auswirkungen der "Objektivumgebung" in der Praxis so dramatisch sind, dass Beobachtungen zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen führen können, braucht man die Nachkommastellen von Polystrehl oder RC-Werten nicht als in Stein gemeißelt zu betrachten, nur weil eine Messung dahinter steht.[/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Wegen dem TOA 130 kann Thilo einen Bericht schreiben. Es liegen Ihm erste Erfahrungen mit seinem TOA vor, jedoch kommen bei dem Wetter nicht viel neue Erlebnisse dazu.[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Ich denke, dass der TSA so nahe beim TOA liegt, dass eher der Preis und das Gewicht den Ausschlag geben wird.[/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Aber wie wir an dem Beispiel APQ / FS gesehen haben, sind Praxisberichte sehr wichtig und können Überraschungen bringen.[/FONT]


    [FONT=Arial, sans-serif]Takfreundliche Grüße[/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Ralf[/FONT]

    Tag Winfried,
    ich gönne Dir die Freude an Deinem FS- 102 von Herzen und kann auch nachvollziehen wenn Du wie andere Beobachter sich als Tak-Fans outen.


    Ich nehme auch in Anspruch viele Apo´s durchgesehen zu haben, nutze und nutzte einige Apos und Halb-Apos über Jahre und komme zu einem völlig anderen Ergebnis.


    Deswegen möchte ich den Satz nicht so stehen lassen: "ob TSA-120 oder FS-102, ich...."


    Die Wahrnehmbarkeit von Details an Mond und Planeten nimmt mit der Öffnung in dem Bereich von 102mm auf 120mm deutlich zu. Deswegen kann man beide Geräte nicht so pauschal vergleichen.


    Der Tak FS-102 ist sicher in der Praxis farbrein und auch die Testergebnisse wie auch der theroretische Polystrehl liegen auf hohem Niveau.
    Von der praktischen Seite habe ich selber zwei FS-102 getestet.
    Einen FS-102 habe ich Seite an Seite neben meinem ehemaligen APQ 100/640 montiert und den Saturn ständig wechselnd beobachtet. Im Ergebnis lag der APQ deutlich sichtbar vorne! Die Cassinische Teilung war beim APQ ein schwarzer Strich, im FS-102 sichtbar flauer. Dazu habe ich verschiedene Vergrößerungen, Okulare, usw. durchprobiert - mit selbem Ergebnis.



    Praktische Vergleiche sollten zeitgleich und am gleichen Objekt durchgeführt werden.
    Aus dem Gedächtnis heraus ist das kein Vergleich, sondern subjektive Wertung.
    Davon unbenommen habe ich nichts dagegen, wenn Du Dein Gerät für das Beste hälst.
    Ich denke aber schon, dass der geübte Beobachter Unterschiede zwischen den TSA und FS erkennen kann und auch wird.


    Viele Grüße
    Ralf

    Hallo Namensvetter,
    dann haben wir außer dem Namen noch mehr gemeinsam.
    Übrigens konnte ich Eure Herren Karnapp und Pudenz auch persönlich kennenlernen. Dr. Pudenz hat in dem Jenaer Jahrbuch Band 10 auch mich bzw. den APQ 200/2000 aufgenommen. Seiner Rechnung verdankt dieser APQ die Bauweise. Nebenbei bemerkt haben wir die Fassung mit einer Nacharbeit auch stabil hinbekommen, die Anfangs für Verspannung sorgte. Die Fassung ist sogar relativ einfach gehalten und kommt ohne Kompensation und Justierschrauben usw. aus.
    Das gehört aber nicht hierher, abgesehen davon dass auch farbreine Gläser manchmal erst lernen müssen perfekt abzubilden.


    Unter dem Strich bin ich ein großer Freund von 2-linsigen, farbreinen Objektiven bis zu einer Öffnung von 115 oder max. 130mm. Hier gibt es leider nur sehr wenig Auswahl oder gut gelungene Refraktoren. Dazu gehören die zweilinsigen Fluorit Refraktoren von Vixen und Takahashi, die nicht mehr hergestellt werden.
    Der Vixen ED 115S kommt hier in der Praxis nahe ran und ist meiner Meinung nach ein unterschätztes Teleskop. Leider ist der Preis so hoch, dass das Gerät wenigen Nutzern vorbehalten bleibt und auch andere Marken Alternativen bieten, die einen sehr guten Namen haben. Ich möchte auch bei den ED-Zweilinsern genauer differenzieren, weil die farblichen Unterschiede doch sehr deutlich sind.
    Abgesehen von den Marken ist jedes Objektiv ein Einzelstück, dass in der Ausführung nicht verallgemeinert werden kann. Allerdings wurden bei Zeiss seinerzeit keine schlechten Objektive herausgegeben und keine Ausreißer auf dem Markt gebracht.
    Bei den Vixen ED 115S kenne ich auch kein Exemplar, dass schlecht abbildet. Ebsonso waren die Vixen Fluorit Refraktoren von anerkannt guter Qualität, die einen Vergleich mit APQ´s nicht zu scheuen brauchten. Dazu bleibt mir ein Vergleich auf dem ITT/Dobratsch in Erinnerung, wo ein APQ 100/640 sich mit einem Vixen FL 90 vergleichen ließ. Das muss nicht unbedingt für die heutigen Geräte gelten, damals hatte sich Vixen mit den Geräten einen guten Namen aufgebaut, von dem Sie heute noch profitieren.


    Viele Grüße
    Ralf

    Hallo Wolfgang,
    danke für die Onlinestellung des Testergebnisses des Vixen ED 115S. Ich habe mit besonderem Interesse den Bericht gelesen, weil ich das gleiche Gerät habe und eingige Beobachtungen Tag und Nacht damit machen konnte.


    Du beschreibst ausführlich Deine Messmethode und wie sich die Ergebnisse zusammensetzen. Ich setze nun die Messergebnisse in Bezug zu meinen Beobachtungserfahrungen, die ich mit vielen ED Zwei- oder Dreilinsern machen konnte.


    Hier ist es so, dass ich den Vixen ED 115 als nahezu farbrein bezeichnen möchte. Am scharfgestellten Stern ist praktisch kein Farbfehler zu erkennen, intra und extrafokal betrachtet schon. Bei Tagbeobachtung fällt an Betonkanten auch im Schatten von hartem Sonnenlicht, kein Blausaum auf, wie Er bei den meißten Chinesischen 2-Linsern deutlich zu sehen ist. Es sind Farbfehler für den versierten Beobachter nur noch in Spuren zu erkennen.


    Hinzu kommt für die Praxis ein gutes, also kurzes Anpassen an die Außentemperatur, geringes Gewicht der Linse und damit kurzer Okularseitiger Schwenkbereich. Planeten werden häufig mit Binoansätzen beobachtet, die Glasweg enthalten. Ein Glaswegkorriertes oder zumindest gut darauf reagierendes System ist von Vorteil, weil perfekte Apo ohne Glasweg hier Ihre Vorteile wieder verlieren.


    Was mich an der Wertung mit "Apo" und "Nicht Apo" stört, ist einerseits die hohe Wertigkeit die man dem Begriff zuordnet. Auch von Deiner Seite lesen sich die Testberichte oft so, dass wieder ein Apo entlarvt wurde, der mit Apo wirbt, aber keiner ist. Im Grunde ist das schon gut, wenn visuell sichtbare Farbfehler auch Messtechnisch unterstützt werden.
    Im Falle von dem ED 115S kommt es bei vielen Lesern womöglich so an, als wenn wieder ein ED das Kriterium knapp verfehlt hat.
    In der Praxis erkenne ich aber den Farbfehler dieses Gerätes nicht in der Form und sehe aber einen sehr großen Gewinn zu den China2-linsigen ED´s mit f/7 oder auch den aktuellen Trippletts 127/952.
    Selbst diese Trippletts mit sichtbaren Blausam am Tage bringen in der Nacht eine Abbildung, an der viele Beobachter keinen Farbfehler sehen können. Das Auge reagiert nachts auf "Blaufehler" offenbar nur gering.
    Beim Vixen ED 115S ist aber auch bei harten Tagbeobachtungen nahezu kein Farbfehler mehr feststellbar.
    Hingegen wird der Blaufehler von 127/952 Tripplets auf Aufnahmen sofort deutlich sichtbar, besonders hart sind die Plejaden als Testobjekt.


    Für mich ist die Abbildung am künstlichen oder echten Stern äußerst wichtig. Ein sauberer, runder Stern mit Beugungsring lässt mein Herz höher schlagen. Dieses Genuß habe ich auch bei den Astroprofessional 2-Linsern häufig erfahren können. Das resultiert auch in hohen Strehlwerten, jedenfalls für Grün. Der Farbfehler ist hier nicht wegzudiskutieren, aber bei der Berwertung wird der Farbfehler zu hoch angesehen.
    Ich würde einen Refraktor mit sehr guter sphärischer Korrektur und einem Restfarbfehler einem perfekt farbreinen Gerät und deformierter Abbildung vorziehen. Damit möchte ich nur darauf hinweisen, dass Farbfehler nicht so dramatisch angesehen werden sollen.
    Wenn ein Beobachter bzw. ich keinen Farbfehler am realen Himmel wahrnehmen kann, ist das Apokriterium für mich voll erfüllt. Ein sauberers Beugungsbild unter Praxisbedingungen mit den Temperaturschwankungen ein Hochgenuß.
    Diese Erfahrung möchte ich hier zum Besten geben und spiegelt sich nicht in den Testberichten in der Wertigkeit wieder.


    Viele Grüße
    Ralf

    Hallo zusammen,
    erstaunlicherweise habe ich mit Ethos Okularen auch schon sehr gute Planetenbeobachtungen machen können, obwohl hier vielleicht sogar mehr wie 8 Linsen verbaut sind. Ich denke bei sehr hoher Qualität und Vergütung ist das heutzutage machbar.
    Mit Blick auf die Kosten und Nutzen würde ich bei mittleren Brennweiten immer zu Orthos greifen, natürlich im Doppelpack und Binokular.
    Jedenfalls solange keine Brille zwingend getragen werden muss und das Einblickverhalten gefällt. Ich komme mit Othos sehr gut zurecht, die Nachts ein besseren Einblick bieten als das Einblickverhalten am Tag vermuten lässt.


    Zu der Diskussion möchte ich zwei Punkte hinzufügen. Auch Orthos und andere Okulare behalten nicht alle Eigenschaften und Qualität bei, wenn sich die Brennweite ändert.
    Beispiel Abbe Orthos:
    Bisher konnte ich kein Okular finden, dass an die Abbildungsleistung des Abbe 25mm Okular herankommt. Im Bino ein reines Vergnügen, sogar mit ordentlichem Augenabstand.
    Beim direkten Vergleich von Abbe 16mm und 18mm Genuine hat mir das Genuine besser gefallen. Einfach einen Tick kontrastreicher und schärfer, warum auch immer. Deswegen hatte ich vor Jahren die Abbe verkauft und nur die 25mm behalten.


    Beim 25mm Abbe fällt mir besonders stark die "kalte" und neutrale Farbwidergabe auf. Bekannt ist bei vielen Okularen, dass ein Tönung ins Bild gebracht wird. Auch bei Apos habe ich im direkten Vergleich schon gesehen, dass Tönungen ins Bild kommen die aber nichts mit Farbfehler zu tun haben. Den Einfluss von Okularen in der Praxis halte ich für größer als den Unterschied der Farbreinheit von vielen hochwertigen Apos, dessen Test hier detailiert nachzulesen sind.
    Das geht auch nur durch viele Vergleichstest herauszufinden, weil das Bild von z.B. Jupiter in jedem ordentlichen Okular gut ausschaut. Allerdings ist es verblüffend, wie die Farbwahrnehmung und Bildkontrast sich bei den Okularen am gleichen Gerät nochmals ändern kann. Wird nicht direkt verglichen, so gewöhnt man sich an das Bild und hält es für normal oder Standard.
    Bei solchen Tests verwende ich meinen Fluorid Apo Tripplet, der praktisch neutral abbildet. Beispielsweise bringt der Pentax SDP Refraktor eine Tönung ins Bild, die dann nochmals mit den Okularen eine Wechselwirkung erzeugt.
    Z.B. bildete mein ehemaliger APQ 100/640 mit einem Pentax XW 5,2 ziemlich gleich einem TMB 105/650 und Radian 5mm ab.
    Beim Tausch der Okuare viel der TMB sichtbar ab und der APQ gewann sichtbar an Kontrast und Schärfe.
    Jedenfalls bei lichtstarken Refraktoren kann ich bestätigen, dass die Okulare passend zum Gerät ausgesucht werden müssen und der Einfluss deutlich sichtbar ist.
    Wobei das offenbar weniger für Orthos gilt und vielmehr für viellinsige Okulare.


    Viele Grüße und guten Beschluss


    Ralf

    Hallo Cuga,
    es ist relativ leicht ein Gerät zu finden, dass visuell gut arbeitet. Fotografie verlangt eben Feldkorrektur und das leisten die wenigsten Geräte.
    Eines dieser Gerät ist das Vixen VC 200L. Die Feldabbildung ist sehr gut und auch visuell ist das Gerät nutzbar. Zudem ein Leichtbau, der die Montierung nicht zu stark belastet.
    Vom Preisrahmen sprengt das Gerät den anvisierten Bereich von Gesamt unter 2000,--€.
    Allerdings bekomme ich jetzt wieder ein wenig gebrauchtes Gerät herein, dass dann unter 1000,--€ kostet.
    Es bliebe dann ca. 1000,--€ für die Montierung. Hier reicht es nicht für Top-Geräte, die ein vielfaches kosten. Wenn ein Leitrohr dazukommt, sind die Montierung wie auch LXD 75 oder GP-Klasse überfordert.
    Eine EQ-6 ist bei weitem ausreichend, aber schwer. Eine H-EQ5 ist hier wohl ein guter Kompromiss.

    Hallo Wolfgang,
    ich habe gerade den Testbericht durchgelesen und möchte eine Sache zurechtrücken und eine Ergänzung machen.
    Die Montierung "blauer Max" habe ich tatsächlich selber für den Eigenbedarf gebaut, allerdings ist die zweite Montierung eine Fornax 51 die ich an einen Sternfreund verkauft habe, also kein Eigenprodukt.
    Nebenbei bemerkt lohnt sich der Montierungsbau nur für große Montierungen, da die Material -und Zeitkosten in keinem günstigen Verhältnis zu Serienmontierungen stehen.:huh:
    Die neuen ARC Tuben liefern ein fotografisch gutes Bild ab, was sich schon visuell abseits der Achse zeigt. Die Sterne sind im Okular über das ganze Gesichtsfeld harte Pünktchen. Bisher konnte ich selber mit 10" und 12" ARC Tuben beobachten, von einem Kunden habe ich eine zufriedene Rückmeldung zu einem 14" ARC bekommen.:1eye:
    Als Hinweis: Die Geräte ARC werden immer wieder mit den RCX Optiken verwechselt, die jedoch f/8 gebaut sind, Kohlefasertuben haben und ein Scharfstellung über die Verschiebung der Korrekturplatte.

    Die ARC Tuben sind äußerlich außer der Aufschrift nicht von den Schmidt-Cassegrain Optiken zu unterscheiden und haben alle f/10.
    Die Tuben sind einzeln zu bekommen, was natürlich besonders interessant für die Verwendung einer Deutschen Montierung ist.
    Neu ist bei Meade, dass die Schmidt-Cassegrain Optiken nicht mehr in die LX 200 Geräte eingebaut werden, sondern nur noch mit ARC Tuben . Heißt dann LX200R.
    Bitte nicht über den Namen diskutieren, jedenfalls ist die Verbesserung der Randschärfe offensichtlich.:whistling

    Besonders überrascht hat mich die neue Preisliste zu diesen Geräten. Trotz MWSt Erhöhung sind die Geräte preiswerter geworden.:glare:

    Hallo Moos,

    Deine Aufnahme zeigt sehr schön ein Grundproblem bei Astrofotografie namens Bildfeldkrümmung. Ich habe dieses Problem an meinem APQ 100/640 durch die Verwendung eines Tele Vue Redzuieres mit 0,8 und gleichzeitiger Ebnung auf ein brauchbares Maß drücken können. Eine reine Ebnung geht natürlich auch ohne Reduzierung. Bei kurzbrennweitigen Geräten mit Kompaktobjektiv ist dieser Zusatz absolut nötig, während mein neuer Apo mit 2m Brennweite und einer Bildfeldkrümmung von R=3000mm auch bei einer ST 11k eine gute Figur macht.
    Optische Test´s werden wohl vorwiegend auf der Achse gemacht. Für die Fotografen wäre eine Angabe der Sternabbildung abseits von der Achse sicherlich wichtig.

    Pixelige Grüße
    Ralf

    Hallo Joachim,

    hast Du schon mal ein Bresser Messier R-127S in Erwägung gezogen?
    Ich hab den R-152S, der schon relativ schwer ist. Allerdings, hat der mich postiv überrascht. Die Optik ist vorne justierbar, wovon ich auch Gebrauch gemacht habe. Im Ergebnis habe ich bei 150x Vergrößerung einen sauberen, runden Beugungsring um helle Sterne und bei schwacher Verrößerung eine punktförmige saubere Abbildung.
    Der 4" Auszug vignettiert nicht, zudem ist das Gerät durch seine vier Linsen farblich besser als man annehmen sollte. Natürlich nur, wenn man die f/5 als Maßstab nimmt.
    Die Eignung für große Gesichtfelder, sprich 2" ist allerdings relativ, weil nur einige Okulare hier perfekt abbilden. Z.B. Nagler 31

    Gruß Ralf