Posts by polaris

    Hallo liebe Astrofreunde,


    kürzlich habe ich einen alten Messingrefraktor bekommen. Den möchte ich nun hier vorstellen. Falls mir jemand einen Tip geben kann, wer dieses Fernrohr evtl. hergestellt haben könnte, bitte ich darum.


    Es handelt sich bei diesem Teleskop, um einen sehr schön erhaltenen, komplett aus Messing gefertigten, zweilinsigen, achromatisch korrigierten Refraktor mit dem dazu gehörenden Holz-Aufbewahrungskasten. Der Refraktor befindet sich in unrestauriertem originalzustand Zustand mit schöner Patina. Er sitzt auf einer Wiege bzw. auf einer drehbaren Messing-Rundsäule mit drei ausklappbaren Füßen, also azimutal. Den Hersteller konnte ich aber noch nicht herausfinden, da sich am gesamten Teleskop, weder auf der Objektivfassung, den Linsenrändern, noch sonstwo ein Hinweis zum "Erbauer" bzw. eine Signatur befindet.


    Zur detaillierten Beschreibung des Refraktors


    Die beiden unvergüteten Objektivlinsen befinden sich in einer Messing-Schraubfassung. Das Objektiv besteht aus zwei einzelnen Linsen wie bei einem klassischen Fraunhofer-Objektiv. Sie sind aber nicht verkittet, ölgefügt oder irgendwie anders miteinander verbunden.


    Es befinden sich auch keine Abstandsblättchen zwischen den Linsen, wie sie früher z.B. aus Bleifolie, bei Fraunhofer-Objektiven Anwendung fanden. Reste von „Linsenkitt“ sind auch nicht zu finden. Die beiden Gläser sind absolut sauber. Die Linsen liegen einfach super-passgenau ohne Abstandshalter aufeinander in der Messing-Schraubfassung. Sie passen so haargenau aufeinander, daß sie durch das Luftpolster dazwischen aneinander „kleben“ bleiben. Wenn man die vordere Linse anhebt, saugt sich die hintere Linse an der vorderen fest. Aber wir werden sehen !


    Die Objektiv-und auch die Okularlinsen sind ihrem Alter entsprechend in gutem Zustand, frei von Fungus und nicht eingetrübt. Die Linsenränder sind nicht geschwärzt. Auf der Objektivlinse befindet sich ein kleiner, nur oberflächlicher Kratzer und ein paar Putzspuren, die aber nicht im geringsten stören. Die optische Leistung wird dadurch, wie ich festgestellt habe, keineswegs beeinträchtigt. Am Tubus sind zwei kleinere Beulchen, die aber nicht tief sind und nur bei genauerem Hinsehen auffallen.


    Die Okulare (4 Stück) mit 30mm Steckdurchmesser, sind in deutscher, künstlerisch eingravierter Schrift, mit der jeweiligen Vergrößerungsangabe versehen. Aufschrift an z.B. einem Okular: " 50 mal. Vergr." Ein Okular ist leider beschädigt und nicht mehr so gut erhalten. Die Feldlinse fehlt und die Messinghülse ist verbeult.


    Der Refraktor hat mit eingesetztem und fokussiertem 50x -Okular eine Länge von knapp über 1,10 Meter. Der Objektiv - Linsendurchmesser beträgt genau 71mm (freie Öffnung). Die Brennweite beläuft sich auf etwa 1150mm (f/16). Im Tubus befindet sich eine Ringblende in der Nähe des Okularauszuges, die so dimensioniert und platziert ist, daß die volle Objektivöffnung von 71mm zur Wirkung kommt. Es wird nichts abgeschattet.


    Das außen rechts am Tubus angebrachte Fokussierrad, wirkt mit leichtem Spiel über eine durchgehende Drehachse auf ein Zahnrad, welches im Tubus auf dieser Achse sitzt. Dieses Zahnrad treibt die im Tubus befindliche Zahnstange und damit den Okularauszug an. Die Zahnstange ist vom Objektiv aus nicht sichtbar, da sie von o.g. Ringblende innen am Rohr des Okularauszuges verdeckt wird. Das Rohr des Okularauszuges bewegt sich relativ leicht und absolut shiftingfrei.
    Mit dabei ist noch eine Objektiv-Schutzkappe aus Messing, ein drehbarer Messingständer mit ausklappbarem Dreifuß und ein Sonnen-Beobachtungsfilter aus rotem Glas.


    Das in Messing gefasste und mit einem Gewinde versehene, tiefrote Sonnen-Glas, wird zum Beobachten, auf ein Okular geschraubt. Dieser Refraktor ist uneingeschränkt funktionsfähig, besitzt eine bemerkenswert gute Abbildungsqualität und liefert ein sehr scharfes, klares Bild.


    Da die beiden Linsen in der Fassung meines Erachtens zu viel Spiel hatten, entnahm ich das gesamte Objektiv samt Fassung. Es ließ sich leicht herausschrauben. Dann öffnete ich die Messinfassung und zog danach dünne Baumwollhandschuhe an. Ich markierte vorher die Linsenposition in der Fassung und nach Entnahme der Linsen, deren Position zueinander. Am inneren Rand der Fassung habe ich an drei verschiedenen Punkten jeweils ein Stückchen Velourfolie angebracht. Es war genau das, was gefehlt hat.


    Die Linsen haben dadurch jetzt deutlich weniger Spiel, sitzen aber nicht zu fest, um Verspannungen zu vermeiden. Diese Veränderung kann aber jederzeit mit wenigen Handgriffen Rückgängig gemacht werden, sodaß der Originalzustand jederzeit wieder hergestellt werden kann.


    Ich wagte nun einen Versuch. An einem guten 1 ¼“ Zenitprisma reduzierte ich an meiner Drehbank ein wenig den Außendurchmesser der Metallsteckhülse, so daß sie genau in den 30mm Okularauszug des alten Refraktors passt. So kann ich jetzt bei bequemem Einblickverhalten, handeslübliche Okulare an diesem schönen Gerät verwenden, ohne daß ich am Originalzustand des Refraktors etwas verändern muß.


    Mit meinem 1 ¼“ Zenitspiegel erreichte ich den Fokuspunkt nicht, dazu müsste ein Glaswegkorrektor benutzt werden und das wollte ich hier nicht. Und den den Tubus kürzen, kommt bei diesem Gerät nicht in Frage. Es soll original bleiben. Mit dem Prisma funktionierte es aber einwandfrei. Ich war sehr gespannt, ob der zusätzliche Glasweg vom Zenitprisma, die Optik des Refraktors beeinflussen wird.


    Nun zum Firstlight


    Beim visuellen Sternentest an Polaris, war die Sternabbildung beispielhaft. Seeing an diesem Abend 7/10 bis 9/10. Mit dem 1 1/4 Zoll Zenitprisma und einem optisch guten 6mm Superplössl-Okular, zeigt der Refraktor fokal bei ca. 190-facher Vergrößerung ein kreisrundes Airy Disk mit einem hauchdünnen, schwachen und ganz geschlossenen Beugungsring. Kein sichtbarer Astigmatismus oder Achskoma. Netter Anblick.


    Auch intra-und extrafokal zeigt sich das Beugungsbild annähernd identisch, schön rund und ohne Auffälligkeiten. Die Beugungsringe sind alle an beiden defokussierten Sternenscheibchen ganz klar definiert und rotationssymmetrisch. Kein ausgefranstes Sternenscheibchen und kein Oval das beim Wechsel von intra-zu extrafokal um 90 Grad kippt ! Asti habe ich ja ganz gerne, aber nur den Spumante.
    Ich war angenehm überrascht, hätte ich so nicht erwartet. Wirklich klasse.



    Es macht sehr viel Spaß, mit diesem Teleskop Sterne und Planeten zu beobachten. Die Sterne werden refraktor-like punktförmig, wie mit der Nadel ausgestochen, abgebildet. Der Farb-Längsfehler ist für einen achromatischen Refraktor in diesem Alter erstaunlich gering, was aber auch aus dem Öffnungsverhältnis von ca. f/16 resultiert.


    Am Planeten Jupiter waren bei ungefähr 190-facher Vergrößerung schöne Strukturen deutlich zu sehen und ein wirklich nur sehr geringer, nicht mehr störender „Blausaum“ wahrzunehmen. Die Ergebnisse der Beobachtungen von Jupiter und Mond bzw. der Sternentest waren bisher sehr vielversprechend.


    Vielleicht könnte man durch Einbringen von genau passenden Abstandsplättchen zwischen den Linsen noch eine Verbesserung herbeiführen. Ich halte es jedoch aufgrund der sehr guten Abbildung nicht für erforderlich.


    Es interessiert mich enorm, welcher Optikermeister vielleicht damals rund um die Stadt Rathenow, hier seine Finger im Spiel hatte. Vielleicht wurde er ja auch woanders gebaut.


    Ein paar Konstruktionsanalogien konnte ich zum Hersteller Dollond - London und Vion – Paris feststellen. Bin mir aber da nicht so sicher, da die Okulare in deutscher Schrift graviert sind. Ich habe im Internet viele Fotos von Teleskopen gefunden, die sehr ähnlich aufgebaut waren.
    Wenn ich die eingravierten Schriftzüge der Firma Jakob Merz, mit denen auf den Okularen meines Refraktors vergleiche, stelle ich fest, daß zum Beispiel der Buchstabe kleines "r" kleines "m" und kleines "e" sehr identisch ausgeführt worden sind. Auch sind Ähnlichkeiten an der Form der Okulare und des Objektives festzustellen.


    Jedenfalls ist es ein tolles Gerät, daß meine Teleskopausrüstung sicherlich bereichert. Und ich werde es nicht in der Ecke verstauben lassen. Ich werde den Refraktor benutzen.


    So, das wars mal vorerst !
    Ich hoffe, es war besonders für Liebhaber historischer Refraktoren und auch für alle anderen ein interessanter Bericht.


    Im nächsten Thread, werde ich über die Streulichtunterdrückung bzw. Optimierung bei diesem Refraktor berichten, da ich festgestellt habe, daß der Refraktor aufgrund mangelhafter Innenschwärzung von Tubus und Okularauszug, nur bedingt bei Tageslichtbeobachtungen zu gebrauchen ist. Dies macht sich auch beim Beobachten von helleren Himmelsobjekten bemerkbar, da die Steulichtreflexionen den Kontrast mindern. Vielleicht wäre das Einbringen einer richtig dimensionierten und platzierten Tubus-Klemmblende sinnvoll. Mal sehen.


    Ich werde kleine Optimierungen vornehmen, aber ohne den Originalzustand des Refraktors zu verändern. Das heißt, ich werde nur Veränderungen an diesem Gerät vornehmen, die jederzeit ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen, mit wenigen Handgriffen, ohne Werkzeug und geringem Zeitaufwand wieder rückgängig gemacht werden können.


    Viele Grüße und CS,
    Frank


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    Der Deutsche Wetterdienst bietet für uns Hobbyastronomen einen super Service an. Für einen Jahresbeitrag von 80,-€ kann man sich für seine geplanten Beobachtungsnächte einen klaren Himmel bestellen. Dieser Service wird durch die kurzzeitige Änderung des Jetstreamverlauf möglich. Um diesen Service zu nutzen ist es allerdings notwendig seinen genauen Beobachtungsort und die Beobachtungsnächte ca. 10 Tage vorher anzumelden.


    Wenn das ginge, dann hätten wir wahrscheinlich jede Menge "private" Wolkenlöcher an vielen verschiedenen Stellen.
    Pakistan hatte sich 2010 wahrscheinlich ein bißchen Regen gewünscht - und sie bekamen Regen, viel mehr als sie benötigten. Ja, der Jetstreamverlauf. Wer weiß schon, wer da so herum manipuliert.


    Gruß, Frank

    sowas nennt man "Neusprech (George Orwell: Roman 1984). Es ist gar nicht mal so abwegig. Man darf nicht übersehen wieviele neue Worte, sich in unsere Sprache mit den Jahren eingeschlichen haben. Gerade englische Ausdrücke sind gang-und gebe. Im Fernsehen gibts mittlerweile Werbung, die komplett in englisch abläuft. Meine Mutter fragte dann immer, was das bedeuten soll. Als ich es Ihr erklärte, sagte sie :So ein Blödsinn ist das aber auch ---


    Viele Leute benutzen mittlerweile diese "Fremdworte" und täglich kommen neue dazu. Die Menschen übernehmen die sie einfach und selbstverständlich sofort in Ihren Wortgebrauch, weils ja einfach gut klingt. Und wenn man fragt ob sie das deutsche Wort für den neuen Begriff wissen, kommen sie zuerst mal ins straucheln. Das ist eine nicht zu verachtende Tatsache bzw. gewollte Umerziehung der Gesellschaft die da stattfindet. Man nimmt es nur nicht bewußt wahr.


    Ja, die Damen und Herren in Brüssel sollten sich wirklich um wichtige Dinge kümmern. Sie kümmern sich ja um wichtige Dinge, aber nur um welche, die für sie selbst wichtig sind.


    Bin mal gespannt, wenn die Amis den gesamten Mond gekauft haben. Dann dürfen wir wahrscheinlich mit unseren Teleskopen den Mond nicht mehr anschauen. Beurkundete Mondgrundstücke verkaufen sie ja schon. Dann werden bestimmt demnächst Grundsteuern fällig.


    Gruß,
    Frank

    Hallo S.Engel,
    kommt drauf an was du beobachten willst. Wenn du lieber Planeten beoachtest, empfehle ich Dir das Lidl-Scope 70/700 naja. nicht ganz 70mm (Skylux), da Du ja nicht viel Geld investieren willst. Das Ding ist sehr leicht und du bekommst es gebraucht wenn du ein bißchen suchst, incl. recht brauchbarer parallaktischer Montierung teilweise für unter 30 Euro. Ich selbst benutze ein optimiertes Lidl-Scope. Innen mit Velourfolie ausgekleidet, die Frontlinsen entspannt und richtig positioniert. Es hat jetzt eine gute Abbildungsqualität. An den Billigteleskopen muß man meistens selbst Hand anlegen, bevor sie gute Leistung bringen. Das heißt aber nicht, daß die teuren Teleskope immer gut eingestellt sind. Da gibts auch ne Menge "Gurken".


    Wenn du lieber ein wenig Deep-Sky (Nebel/Galaxien) gucken willst, kann ich Dir zu einem kleinen Newton, dem Pluto-S von Bresser raten. Gib mal bei Ebay-Kleinanzeigen "Bresser Pluto S Reflektor Teleskop" ein. Da ist einer für 60 Euro mit Montierung drin. Der hat einen 114mm Spiegel und ne Brennweite von 500mm. Ich hatte ihn auch mal zum Test. War gar nicht so schlecht das Ding.


    Ich selbst benutze für Schnellspechtel-Deep-Sky einen kleinen Skywatcher Refraktor 80/400. Der macht mir persönlich absolut viel Spaß für Spaziergänge durch die Milchstraße und wiegt wirklich nicht viel. Den kannst du gebraucht auch schon für 50 Euro bekommen. Und wenn du einen guten erwischst, kannst du damit auch recht gut Mond und ein bißchen Planeten beobachten. Für hohe Vergrößerungen ist er natürlich wegen des Farbfehlers nicht so gut geeignet.


    Den "Kleinen" kannst Du aber auch noch abblenden, indem du die Objektivschutzkappe drauflässt und den kleinen Deckel daran entfernst. Dann hat er viel weniger Farbfehler, bringt natürlich bei etwas über 40mm Öffnung nicht mehr so viel Licht. Aber z.B. den Mond kann man sich so recht gut ansehen. Er er liefert richtig justiert, ein sehr scharfes Bild mit nadelfeinen Sternenpünktchen. Meiner zumindest. Siehe mein Avatar-Bild, ist zwar nur sehr klein, aber es wurde mit dem kleinen 80/400 aufgenommen. Zur besseren Ansicht habe ich es Dir noch in größer hochgeladen.


    Bilddaten: M45 Januar 2006 - Handguiding-) sieht man !! - Montierung war ne EQ 5 - Leitrohr: Lidlscope - Nachführsystem: Vixen GA-3 - Kamera: Canon EOS 10D - 16x300 sec. - ISO 400 - gestackt mit Fitswork - Farbbalance mit Photoshop.


    Gruß,
    Frank


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    Hi Winnie,
    so ist es, die Zeit rennt, wir rennen mit und die Augen werden immer schlechter. Dafür werden die Telekope immer besser -grins-. Vielleicht gibt es in ein paar Jahren Teleskope, die keine Glaslinsen mehr haben, sondern vom Aufbau her wie ein Elektronenmikroskop sind, in dem die Vergrößerungslinsen elektromagnetisch funktionieren. Keine Transmissionsprobleme mehr und keine Bildfehler. Wer weiß.....


    So ein Saturnjahr ist ziemlich lang, 29,46 Erdjahre. Aber dafür dauert ein Tag auf dem Saturn nur 10 Stunden 42 Minuten. Vielleicht erleben wir ja gute 3 Saturnjahre oder auch 4.


    Ja, die Quelle hatte eigentlich immer gutes Zeugs. Habe hier noch ein Objektiv: Revuenon Spezial 135mm/f/2,8 von Quelle. Ist gar nicht schlecht. Ich benutze es an meiner Canon DSLR zusammen mit einem Balgengerät zur Makrofotografie.


    Ich glaube, daß so einige Leute einen 114/900 Newton von damals ihr Eigen nannten. Er machte schon einiges daher und man kann ihn hier und da immer noch gebraucht finden.


    Viele Grüße,
    Frank

    Hallo Frank!


    Willkommen im Forum!
    Es ist immer wieder interessant zu lesen, wie sich die langen Astro-Karrieren ähneln! Aber genau so interessant ist es, wie einmalig dann jede auch wieder ist...
    Viel Spaß hier!


    Michael


    Hallo Michael,
    vielen Dank! Ich denke, daß irgendwo immer eine Ähnlichkeit zu bemerken ist. Aber wie du schon festgestellt hast, genau so individuell ist auch alles wieder in den Einzelheiten. Das bringt Abwechslung mit rein, und man kann viel voneinander lernen. Besonders wenn man zum gleichen Thema mal andere Sichtweisen feststellt. Es ist jedenfalls ein faszinierendes Hobby. Es ist von allem ein Bißchen dabei. Von Optik, über Mechanik, Mathematik, handerkliches Geschick, Ausdauer, Geduld usw. usw.
    Ich wünsche Dir ebenfalls weiterhin viel Spaß.
    Viele Grüße,
    Frank

    Hallo Hubert,
    danke der Willkommensgrüße. Schön, daß ich nicht alleine bin mit meiner Geschichte. Ja, der Tasco Newton, das war damals so die Marke, die in der Konsumerklasse die Runde machte, obwohl die nicht gerade billig waren. Aber die Dinger waren nicht schlecht. Jedenfalls war der Markt damals noch nicht so mit Teleskopen überschwemmt. Made in Japan hatte damals einen sehr guten Ruf. Und nicht nur bei Teleskopen. Ich empfinde es katastrophal, wie Teleskope im Moment vermarktet werden. Man hört nur noch "Strehl" und "farbfehlerfrei". Da machte ich mir damals gar keine Gedanken drüber. Und wenn man schaut, wie unterschiedlich heutzutage Teleskope vermessen werden, weiß man bald gar nicht mehr was man noch kaufen soll. Mit den Okularen ist es das gleiche. Ich hatte vor kurzem zwei 4mm Planetary zur Probe. Es war schlicht und ergreifend katastrophal als ich durchschaute. Der Bildausschnitt schön groß und das Einblickverhalten recht gut....aber das Bild total flau und verwaschen. Kaum Kontrast. Ich verglich es sofort mit meinem einfachen Superplössl. Das Superplössel hat das Planetary komplett weggebügelt. Zwar war der Bildausschnitt nicht so groß und das Einblickverhalten nicht so gut, aber die Schärfe und Kontrast um Welten besser. Was nützt einem das alles, wenn die Bildqualität nicht stimmt. So etwas als Planetenokular zu verkaufen ist der Hammer. Aber das gehört jetzt nicht hierher in den Thread. Viel Spaß beim gemeinsamen Hobby.


    Deine Sternwartenseite werde ich mir mal genauer ansehen. Wir lesen voneinander....bis denne.


    Viele Grüße,
    Frank

    ich bin neu hier im Forum !


    Mein Name ist Frank und ich wohne Kleinblittersdorf im Saarland. Im Bereich Astronomie bin ich nicht mehr ganz so neu. Ich begrüße euch alle herzlich, ganz besonders Herrn Rohr. Ich hoffe auf einen fairen Umgang, viel interessante Themen und ne Menge Spaß miteinander.


    Herrn Rohr lernte ich vor einigen Jahren schon persönlich kennen, als ich Ihn zwecks Vermessung und Beurteilung meines damaligen Teleskops, Intes MK-66 daheim besuchte. Ich dachte, dort befindet sich mein Teleskop in den richtigen Händen, was sich auch bestätigte. Die Stunden die ich bei ihm verbrachte, erwiesen sich als angenehm, sehr interessant und informativ.


    Astronomie betreibe ich seit ca. 1974. Damals beobachtete ich mehr mit Kindesaugen durch einem Feldstecher, aber immer kontinuierlich und mittlerweile ziemlich ernsthaft. Mein erstes Teleskop bekam ich kurze Zeit später von meinem Patenonkel geschenkt.


    Es war ein Tasco 11T - 114/900 Newton samt Zubehör, auf einem Holzstativ mit parallaktischer Montierung, Gegengewicht und biegsamen Wellen für Feinverstellung in der Ra-und Dec-Achse. Ich war sehr stolz darauf, denn keiner meiner Freunde in meinem Alter, hatte damals so etwas. Der Tasco Newton brachte für meine damalige Auffassung eine große Leistung, womit ich eigentlich gar nicht so falsch lag. Eigentlich ein gutes Einstiegsgerät. Es war es für mich als Junge, das wahrscheinlich größte Teleskop der Welt.


    Ich werde nie vergessen, als ich später mit meinen Freunden abends auf der Wiese stand und das Teleskop zum ersten Mal aufbaute. Wir waren alle total aufgeregt. Es war ja etwas ganz Besonderes, da wir uns am Himmel noch gar nicht so richtig auskannten. Als wir mit dem Aufbau fertig waren (von Einnordung der Montierung konnte keine Rede sein), schauten wir uns erst einmal die hellsten Lichtpunkte am Himmel an.


    Plötzlich war das Geschrei groß, Aufregung pur. Da ist doch etwas am Himmel zu sehen. Es ist länglich-oval. Es lag aber nicht am dejustierten Teleskop, welches vielleicht das Objekt länglich erscheinen ließ. Ich wußte damals noch nicht, daß ich einen sehr gut justierten Newton besaß.


    Da ich ein nur schwach vergrößerndes Okular im Auszug hatte, beschlossen wir, uns den "ovalen Stern" bei höherer Vergrößerung anzusehen, und gingen volle Vergrößerung voraus. Mit dem 4mm Okular war es recht schwierig, das Objekt der Begierde wieder in die Bildmitte zu bekommen. Kein Wunder bei der Hektik. Aber irgenwie schafften wir es doch. Da war es wieder.......mannohmann, war das aufregend. Da ist so ein "Ding mit einem Ring". Ich erinnerte mich sofort an ein Foto in meinem Astro-Buch. Wir hatten tatsächlich Saturn „entdeckt“. Richtig schön, mit deutlich sichtbarer Cassini-Teilung. Er war wunderbar anzusehen.


    Jeder diskutierte plötzlich wild herum. Die Aufregung der Kinder weckte das Interesse ihrer Eltern, und lockte sie sogleich aus den umliegenden Häusern. Sie kamen plötzlich alle zu uns gelaufen. Mittlerweile standen 15 Personen um das Telskop herum und jeder wollte natürlich Saturn bewundern. Es war die absolute Sensation an diesem Abend.


    Da fiel mir plötzlich ein, daß sich in meiner Teleskopkiste ja noch eine Barlowlinse befand, mit der man die Vergrößerung verdoppeln könnte. Also beschloß ich, diese Linse einmal auszuprobieren. Es wurde natürlich immer schwieriger, Saturn in Bildmitte zu halten, zumal die Montierung (heute weiß ich es), nicht richtig eingenordet war und die Hände zitterten. Aber irgendwie schaffte ich es trotzdem. Es war phänomenal. Saturn präsentierte sich riesengroß, zwar nicht mehr ganz so scharf, aber immer noch recht gut mit deutlich sichtbarer Cassini-Teilung und einigen Strukturen. Es machte jedenfalls riesigen Spaß, bis es auf einmal hieß: Bitte reinkommen Mr. Spock und schlafen gehen.


    Natürlich hatte ich wenig Lust ins Bett zu gehen, aber was sein muß, muß eben sein. So packte ich alles langsam zusammen und begab mich zufrieden nach Hause. Es war ein richtig schöner und erfolgreicher Abend, mit First - Firstlight, einmal für mich und einmal für den Newton, der sich fest in mein Gedächtnis gebrannt hat. Ich erinnere mich immer wieder gerne daran. Dem Astro-Hobby bin ich bis heute treu geblieben, mal mit ein paar längeren Pausen dazwischen, aber dennoch.


    Da mich Hobby´s die mit Optik zu tun haben, immer schon stark interessiert haben, gehört auch der Bereich Mikroskopie und Fotografie zu meinen Interessensgebieten. Sie lassen sich wunderbar miteinander kombinieren. Weil ich gerne baue und bastele, denke ich, daß ich hier im Forum richtig bin.

    Mittlerweile besitze ich ein Maksutov-Cassegrain Teleskop Alter M703 del. 178/1780, einen ED APO-Refraktor 127/952, einen chinesisch-achromatischen Refraktor 120/1000, einen chinesisch-achromatischen Farbwerfer 80/400, ein optimiertes Lidl-Scope und einen Tasco Refraktor 60/900. Als Montierungen nutze ich zwei optimierte EQ-5, 1 Vixen NP, eine optimierte Vixen SP und eine GIRO 2 Del. TV. Da ich sehr gerne Planeten mit dem Binokularen-Ansatz beobachte, brauche ich natürlich immer zwei Okulare von der gleichen Sorte.


    Mein ehemaliger Tasco Newton, der immer noch funktioniert, steht seit ein paar Wochen bei einem guten Freund von mir, dessen Kinder dieses Gerät nun nutzen. Mal sehen........


    ........und kürzlich kam noch etwas interessantes zu meiner Astroausstattung: Ein schöner, historischer Messing-Refraktor 71/1150. Mehr dazu, demnächst in einem neuen Thread unter „Historische Teleskope“.


    Viele Grüße und
    CS, Frank