Beiträge von Kaffee

    Hallo Rudi,


    vielleicht hilft es dir die Ergebnisse als Graphen zu sehen. Mit Excel kann man auch Kurven/Graphen basierend auf Wertepaaren so wie in deinen Tabellen zeichnen.

    Anleitungen findest du wenn du z.B. nach "Excel Graphen zeichnen" googlest. Videos dazu gibt es bestimmt auch im Netz.


    Im Grunde genommen hast du ja deine Werte ja auch über Formeln bekommen, also könnte man diese erneut benutzen um ggf Lücken zu füllen oder die Auflösung der Graphen zu erhöhen. Wenn du hochgenaue Bilder von (interpolierten) Kurvendaten mit feinen Linien benötigst, dann fällt mir neben "Maple" und "Mathematica" im Moment nur das gute alte gnuplot ein, das schon zu DOS-Zeiten im EInsatz war und immer noch weiterentwickelt wird. Vor 20 Jahren hab ich mal was damit gemacht, aber inzwischen alles vergessen.


    Viel Spass bei der Analyse!


    Detlev

    Hallo Dieter,


    "Wanfried im Werratal", das ist ein Ortsname der so malerisch klingt als müsste man da mal Urlaub machen...


    Bei deinem hochwertigen Teleskop (im Vergleich zu meinen) bin davon ausgegangen daß mindestens Okulare vom Typ Plössl beiligen. Die haben 52° scheinbares Gesichtsfeld. Bei deinem Teleskop und 25mm Okularbrennweite ergeben sich am Himmel damit 52° / 40-fache Vergrößerung = 1,3° Blickfeld, und da hast du Recht, das sind keine 60+33 ~ 100 Minuten, sondern nur 60+18=78 Minuten. Kopfrechnen: schwach! Asche auf mein Haupt ;-)


    Die Pupillenmessung per Bohrerbreite kannte ich noch gar nicht, eine interessante Idee. Das werde ich beim nächsten klaren Himmel auch mal versuchen.


    Der Mond erscheint ein halbes Grad breit, also 30 Minuten. 1/6 davon wären 5 Bogenminuten. Wie ich darauf komme daß deine Sterne 5 Minuten auseinander liegen und nicht 5 Sekunden, das kann ich dir auch nicht sagen. Wahrscheinlich brauch ich mehr und regelmäßigen Schlaf. Bitte entschuldige diese Verwirrung. Ich hoffe das hat dich nicht zu lange beschäftigt.


    Mit den Okularen bis du glaube ich ganz gut versorgt. Ich hatte selber mal ein HR Planetary 6mm und war begeistert an meinem 114/900er Teleskop, es war mein "bestes Pferd im Stall" neben einigen Plössl-Okularen. Mit einem Öffnungsverhältnis von F5 (750 Brennweite / 150 mm Spiegeldurchmesser) war ich mit dem Bild nicht (mehr) zufrieden. Dein Teleskop hat 1000/120 = F8,3 und das ist noch etwas entspannter als mein 900/114 = F7,9. Je größer dieses Verhältnis desto weniger kritisch ist der Okularkauf. Unter F5 wird's langsam aber sicher richtig teuer...


    Deine Beobachtungsreihe zeigt ja eindeutig daß mit steigender Vergrößerung eine bessere Trennung gelingt. Das war auch so zu erwarten.

    Die technische Grenze ist laut Hersteller 0,97 Sekunden, aufgerundet 1 Sekunde. Da bist du mit 2 Sekunden "nur" 100% entfernt, genau wie ich damals. (Nachtrag:Ich gehe davon aus daß dir die Trennung vonn Sternen bei passenden Bedingungen besser gelingen wird als auf den Tafeln)

    Im Winter ist viel weniger Wasser in der Luft, die "Transparenz" steigt und erleichtert die Trennung von Doppelsternen. Also kein Grund an den eigenen Augen zu zweifeln. Warte auf andere Beobachtungsbedingungen und nimm die Marsopposition im Juli mit.

    Die maximale Vergrößerung wäre rein rechnerisch 2x120 = 240-fach. 120mm geteilt durch 240-fache Vergrößerung ergibt 0,5mm Austrittspupille. Das ist ein Wert den viele als gerade noch brauchbar ansehen. Sozusagen die untere Grenze des sinnvollen Bereichs. Das passende Okular dafür hätte rund 4mm.

    In der Praxis kann es aber sein daß du die 240-fache Vergrößerung nicht nutzen kannst weil die Linsen oder der Himmel nicht mitspielen. Dann vielleicht 5mm = 200-fache Vergrößerung? Aber ob dir der Unterschied zu 6mm = 167-fach überhaupt auffallen wird?


    Kaufen könntest du so ein 4mm Okular sicherlich, aber kannst du es auch sinnvoll benutzen? Der Himmel, das Teleskop und deine Augen müssen mitspielen.

    Zusätzlich muß die Mechanik gut nachführbar sein denn die Sterne werden immer wieder aus dem Bild verschwinden wenn dein Teleskop nicht nachgeführt wird. Per Hand nachführen erzeugt Erschütterung, es dauert einen Moment bis sich alles beruhigt hat. Wie lange, das hängt davon ab wie gut die Mechanik ist.

    Die Erde dreht sich in dieser Zeit weiter und wenn man Pech hat ist der Stern dann schon wieder am Rand des Gesichtsfeldes. Also wieder nachdrehen, warten, beobachten, nachdrehen, warten, beobachten... Okulare mit großem Gesichtsfeld können den so nutzbaren Zeitraum zum beobachten verlängern, lösen das Kernproblem aber nicht. Das ist der Grund warum es elektrische Nachführungen gibt. Sie bewegen das Teleskop konstant, ohne dauernde Ruckler.


    Die Sternfreunde in deiner Nähe zu besuchen ist eine gute Idee. Die wohnen bestimmt nicht alle übe ihrem Vereinslokal sondern auch etwas weiter weg. Mit etwas Glück wohnt jemand gar nicht so weit weg von dir und ihr könnt euch ohne stundenlange Fahrerei besuchen.


    Grüße aus dem wilden Süden

    Detlev

    Bitte bitte, immer gerne. Wenn einer dem anderen hilft ist alles halb so wild.

    Du kannst ja mal schreiben was für ein Teleskop es ist. Gerade bei den Einsteigerteleskopen wird der Rotstift der Konstrukteure schnell sichtbar.

    Weniger bei der Optik als vielmehr beim Rest. Dünne Beinchen, laberige Scharniere, zu kleine Schrauben, fehlende Unterlegscheiben, glänzende Teile im Teleskop... sowas in der Richtung. Mit ein paar neuen Schrauben, einem Edding zum schwärzen und selbstklebendem D-C-Fix Velours kann man so manche vermeintliche "Teleskop-Gurke" in einen Zustand bringen mit dem das Beobachten deutlich mehr Spass macht. Ganz großes Frustpotential haben die Sucher. Am besten tagsüber ausrichten an einem Strommast oder Kirchturm in weiter Entfernung. Da läuft nichts weg um und man kann in aller Ruhe justieren. Ich hab das anfangs nachts am Stern gemacht und bin fast verrückt geworden^^. Die ganz einfachen werden mit zwei Rändelschräubchen am Teleskop befestigt. Sowas verrutscht gerne, allerdings deutlich weniger wenn da ein Stück rauhes Klebeband ("Malerkrepp") zwischen sitzt. Der Beobachtungsort ist auch wichtig, und das Teleskop sollte Zeit zum auskühlen bekommen. Die kleinen brauchen vielleicht eine halbe Stunde, die großen deutlich mehr. Die eigenen Augen brauchen auch so ein halbes Stündchen bis sie sich an die Dunkelheit gewöhnt haben, das passt also ganz gut.

    Tagsüber die Sterne sehen so wie sie abends am Himmel stehen? Naja, virtuell geht das! Ich sage nur Stellarium 


    Aber jetzt fangt erst mal ganz entspannt an. Der Himmel läuft nicht weg, er dreht sich nur.


    Detlev

    Hallo Rudi,

    ich hab deine Tabellen nur überflogen, daher kann ich keine hochqualifizierte Antwort geben.


    Kann es sein daß du ohne es zu wollen eine Konstruktionskonstante oder "Daumenwert" für Optik-Designer gefunden hast?

    Ergibt sich ein Punkt in der Nähe 60°/60'' vielleicht automatisch weil Steigung und Nullpunkt auf einer X/Y-Darstellung so gewählt sind, ja gewählt sein müssen aufgrund von optischen Gegebenheiten? Vielleicht passt ja sonst was anderes nicht?


    Gruß

    Detlev



    Hallo zusamen!


    Noch ein Nachtrag:


    Mit geeignetem Filter kann man auch die Sonne beobachten, und den Filter kann man selber bauen mit Pappe, Kleber, Schere und Spezialfolie.

    Ich hab mir einen passenden Ring aus Styrodur geschnitten weil es gerade zur Hand war. Früher gab es Glasscheibchen mit Schraubgewinde, die ans andere Ende, also ins Okular geschraubt wurden. Das funktionierte schon bei den vor 40 Jahren üblichen 50mm Einstiegsfernrohren nur für kurze Zeit. Bei längerer Beobachtung erwärmte sich das Glas und konnte platzen.

    Bei den heutigen 60mm Einstiegsfernrohren hätte ich zusätzlich noch Angst um die Blenden (schwarze Scheiben mit Loch, die "falsches" Licht abhalten sollen.)

    Bei größeren Durchmessern kommt noch mehr Energie rein, es wird noch schlimmer!


    Daher gilt heute allgemein der Hinweis: Wenn du so einen Filter in Händen hältst - Schmeiß ihn weg!


    Heute gibt es Alternativen die sicherer sind, auch bei großen Teleskopen. Im Astronomie-Versand gibt es spezielle Folien die auf den ersten Blick aussehen wie ein Stück Rettungsdecke aus dem Erste-Hilfe-Kasten. Aber es ist etwas völlig anderes. Zur Sonnenfinsternis 1999 gab es Brillen zu kaufen mit denen man in direkt in die Sonne schauen konnte. Genau diese Folie gibt es in verschiedenen Größen zu kaufen (je nach Teleskopdurchmesser), und in verschiedenen Qualitäten. Zum einen für fotografischen Einsatz und zum anderen für die Beobachtung mit eigenen Augen, also "visuell". Die Folie für visuelle Beobachtung ist die richtige für euch, die fotografische Version lässt zu viel Licht durch. Die Belichtungszeit für Fotos soll möglichst kurz sein weil es einiger Aufwand ist die Kamera der Sonne hinterher zu bewegen. Deshalb dieser Unterschied.


    Rettungsfolie und ihre Verwandten, auch mehrfach übereinander sind ungeeignet für diesen Zweck. Im besten Falle wirken sie wie eine billige Sonnenbrille, das gefährliche UV-Licht kann dann aber ungehindert durch die geweitete Pupille (ist ja halbwegs dunkel...) ins Auge kommen und das Auge schädigen. Die richtige Folie blockt das UV-Licht ab. Die Folie wird mit einem Pappring stabil VORNE vor dem Teleskop befestigt. Sie hat für den Transport eine Schutzfolie auf beiden Seiten und kann mit UHU, Pattex usw geklebt werden. Bitte nicht straff spannen, das gibt Streifen im Bild. Sie darf ruhig etwas wabbelig liegen, das stört überhaupt nicht.

    Der Sucher muß verhüllt oder abmontiert werden. Ein Blick durch den Sucher in die Sonne könnte das letzte sein was du mit diesem Auge machst!

    Über den immer schmäler werdenden Schatten des Teleskops bekommt man es aber recht einfach auf die Sonne ausgerichtet. Ein Schirm aus Pappe rund ums Teleskop verhindert einen Sonnenbrand im Gesicht. Trotzdem: Mütze, eincremen und was zu trinken nicht vergessen!

    Ich habe mir solche Filter gebaut, meine Folie ist von der Firma Baader Planetarium. Die damit erzeugten Bilder sind neutral grau. Es gibt eine Folie von einer anderen Firma, die liefert sonnengelbe Bilder. Jeder soll nehmen was ihm gefällt. Geprüft sind sie hoffentlich alle.

    Wenn ihr Fotos von meinem selbstgebauten Filter braucht meldet euch, dann mach ich welche.


    Muß das sein mit der Folie?

    Alternative 1: Es gibt solche "Vor dem Teleskop"-Filter auch fertig gefasst aus Glas, zu angemessenen Preisen. Für den Einstieg ein wenig zu hochgeschossen. Ich kenne nur die Folie und bin immer wieder erstaunt was man damit sehen kann. Das Teleskop muß natürlich auch mitspielen. Wenn alles wackelt macht auch die Sonnenbeobachtung keinen Spass.

    Alternative 2:

    Es gibt sogenannte Herschel-Keile. Glasprismen die das Licht aufteilen, den allergrößeten Teil ins Leere laufen lassen und einen winzigen Anteil zum Okular weiterleiten. Klappt aus mechanischen Gründen nicht mit Newton-Teleskopen.

    Preislich auch wieder eher was für die Profis.


    Im Prinzip kann man mit Linsenteleskopen auch "Sonnenprojektion" betreiben, also die Sonne ohne Filter durch das Okular auf eine weiße Fläche projezieren. So kann man mit mehreren Leuten gleichzeitig beobachten. Leider klappt das nur wenn alles aus Metall oder Glas ist und keine Linsen im Einsatz sind die aus zwei Linsen zusammengeklebt sind. Die geklebten Linsen können trüb werden und das Plastik verformt sich. Ich habe hier ein Okular liegen das war wohl Teil einer solchen Sonnenbeobachtung. Auf der augenabgewandten Seite des Okulars ist quer über alles die innere Hälfte der Plastikteile die die Linsen im Okular festhalten oder als Blende arbeiten zu einer glänzenden schwarzen Masse zusammengebacken, keine Chance das jemals ohne Schäden wieder auseinander zu bekommen.


    Was kann man sehen auf der Sonne?

    Sonnenflecken, die sich im Verlauf mehrerer Tage über die Sonne bewegen. Gebilde, so groß wie die Erde, glühend in einem noch stärker glühenden Feuerball.

    Am Nachthimmel würden diese schwarzen Flecken so hell leuchten wie die Venus. Vor dem Hintergrund der Sonnenoberfläche aber erscheinen sie dunkel.

    Mit höherer Vergrößerung erkennt man daß die Flecken einen Kern und einen Randbreich haben.

    Ab und zu fliegt die internationale Raumstation ISS von uns aus gesehen vor der Sonne vorbeit. Das geht aber so schnell daß man genau zur richtigen Zeit das Auge am Okular haben muß. Ich habe das noch nicht versucht.

    Was fliegt sonst so vor der Sonne herum?

    Merkur und Venus kreuzen die Sonne auch ab und zu. Der nächste Merkurtransit ist nächstes Jahr zur Sessionseröffnung bzw Martinstag (11.11.2019) zu sehen, aber die Sonne geht im November sehr früh unter, und der November ist nicht gerade ein Garant für gutes Wetter. Ob man da was sehen wird...?

    Wenn der Mond sich vor die Sonne schiebt ist das eine Sonnenfinsternis. Die nächste totale Sonnenfinsternis in unseren Breiten...2081. Da wäre ich über 100 ;-)


    Viel Erfolg bei weiteren Aktivitäten.

    Detlev

    Hallo Dieter,

    wenn ich eines bei diesem Hobby gelernt habe dann ist es daß es keine Eile verträgt.

    Von daher machst du das genau richtig!


    Klare Sicht und schön punktförmige Sterne wünscht

    Detlev

    Hallo Fischkralle und Fischkralle Junior


    willkommen im Forum!

    Ich bin selber Papa, meine Tochter ist gerade 8 geworden. Wir haben letzten Herbst ein Teleskop (70/450 Astromedia-Bausatz) aus Pappe gebaut und sind mit dem Teleskop unterm Arm nachts raus. Leider war die Luft so feucht daß wir nichts gesehen haben und die Pappe vom Teleskop sich irreparabel verzogen hat. Ein Neubau oder ein neues Teleskop muß demnächst mal her (Hab schon was zum (ver)basteln im Keller, das gehen wir zusammen demnächst mal an).


    Was kann man sonst so machen wenn der Himmel bedeckt ist?

    Mit unserem Astronomieverein waren wir letztes Jahr im Planetarium in einer Kindervorführung. Das hat ihr gut gefallen. Die "normale" Vorstellung war zwar auch ok, aber sie ist immer wieder über Fachbegriffe gestolpert.

    Basteln?

    Von Leonardo (WDR5) gab es mal eine drehbare Sternenkarte zum selber ausdrucken. Die Sternfreunde Münster bieten sie auf ihrer Seite zum Downlad an.

    Die habe ich ihr mal gebastelt. Sie zeigt nur die mit freiem Auge gut sichtbaren Sterne, was die Orientierung in städtischen Gebieten deutlich erleichtert.

    Das war ein guter Einstieg, denn die meiste Zeit ist man doch eher in bewohnten Gebieten ohne Teleskop unterwegs. Ein paar Sternbilder erkennt sie jetzt wenn sie sie sieht, und wenn wir mal spät nach Hause kommen wird auf dem Weg ins Haus oder vom Fenster noch schnell Orion oder seine Kollegen gesucht.


    Ein schönes Buch das mir hier empfohlen wurde ist "welcher Stern ist das" von Joachim Herrmann. Gibt's gebraucht für ganz kleines Geld und es liegt immer bereit in meinem Zubehörkoffer. Braucht kein Teleskop, es geht um das große Ganze.

    Eine detaillierte Mondkarte wäre auch eine Idee, denn gerade der Mond zeigt schon in den kleinen Teleskopen Details die dem Auge verborgen bleiben und erscheint deutlich öfter als die Planeten. Da muß man auch nicht zwingend raus in die Pampa, das geht schon vom Balkon oder Garten wenn man nicht gerade die allerkleinsten Details sucht und die Blickrichtung frei ist.

    Im blauen Dierke Weltatlas war glaube ich zu meiner Schulzeit eine Mondkarte von Vorder- und Rückseite drin. Vor einigen Jahren stieg ich mit einem unbrauchbaren Teleskop ein. Da war ein A4-Poster dabei mit der sichtbaren Mondseite und vielen Kraternamen. Schon mal das Zubehör gesichtet?

    Eine erste Anlaufstelle könnte eine Leihbücherei sein. Ich habe auf dem Flohmarkt mal ein Buch mit Fotos von den Apollo-Astronauten gekauft, das hat sie auch zum Staunen gebracht.


    Schöne Grüße in die Domstadt


    Detlev

    Hallo Dieter,

    das kommt davon wenn man auf kleinem Display in einem wackeligen Bus liest. Ich war bis gerade fest davon überzeugt es geht um 0,5 (engl ".5") Bogensekunden.

    5 Bogensekunden das sind 1/6 Vollmonddurchmesser. Auch bei der Pupillengröße hab ich die 2 für eine 8 gehalten. Hast du die Pupillengröße bei Tag oder bei Nacht bestimmt? Tagsüber ist "die Blende" zu, das ist klar.


    Eine 2mm Pupille passt nicht so ganz zu dem Okular, denn bei 120mm Optikdurchmesser geteilt durch 40-facher Vergrößerung ergibt 3mm Austrittspupille hinter dem Okular. Das äußere Drittel des Lichtskegels aus dem Okular dürfte also nicht in deinem Auge ankommen.

    Aber bei über 100 Bogenminuten Gesichtsfeld sollten die 5 Bogenminutensekunden zwischen den beiden Sternen locker in die inneren 2/3 davon passen, auch wenn sie mal nicht genau in der Mitte sind.

    Eine höhere Vergrößerung würde hier helfen, Rudi hat es ja schon erwähnt. Die Austrittspupille hinter dem Okular würde kleiner werden und die beiden Sterne im Okular weiter auseinander. Ganz nebenbei wird der Hintergrund dunkler, was die Trennung zusätzlich erleichtert.

    Vielleicht gibt es Teleksopbesitzer in deiner Nähe mit denen du mal beobachten kannst und ihr probiert mal ein paar Okulare durch?


    Wo beobachtest du denn und was siehst du wenn du versuchst Doppelsterne zu trennen?


    Klare Sicht und warme Füße

    Detlev


    Nachtrag: Die Prüftafel, wie gesagt mit Vorsicht zu interpretieren :

    http://www.coonsoft.de/produkte/volkmann/volkmann.html

    Hallo Dieter

    auch von mir ein "Willkommen im Forum"!

    Zu den optischen Randbedingungen hat Rudi (auch ein "Hallo" an dich!) ja schon was geschrieben, der ist da bewanderter als ich mit meiner Gelegenheits-Astronomie ;-)

    Ich habe auch mal versucht Doppelsterne zu trennen und kam auch nicht auf die errechneten Werte für ein 4,5" Spiegelteleskop sondern auf 50% - 100% höhere Werte. Ich habe es aber auch nicht das ganze Jahr über versucht. Vielleicht ist bei uns im Rheingraben einfach zuviel Wasser und Staub in der Luft.

    Und mein "Mückenschwarm" der in den Glaskörpern meiner Augen seine Runden dreht hilft auch nicht gerade dabei. Zum Glück fliegen sie nicht in die optische Achse hinein sondern "nur" knapp daneben.

    "Ein einzelner Test ist noch kein Beweis". Jetzt beginnt die Zeit der hellen Nächte und der hohen Luftfeuchtigkeit. Ob die Bedingungen vor Ort dir gewogen sind das weiß man erst im Vergleich mit anderen Nächten in denen man mehr (oder auch weniger) sieht. Über sein eigenes Teleskop lernt man wenn man mal bei anderen durch deren Röhren durchschauen kann. Über den eigenen Beoachtungsstandort lernt man was wenn man woanders beobachtet. Erst wenn einige zig mal die Beobachtung gleichermaßen daneben lag kann es am Teleskop liegen. Es gibt sogenannte Prüftafeln die man in einiger Entfernung tagsüber aufstellen kann und die helfen können sollen die Optik einzuschätzen. Sowas wie Doppelsterne sind auch drauf. Man muß sie in der richtigen Größe ausdrucken und im richtigen Abstand aufstellen. Leider sind die meisten Teleskope Optiken gar nicht dafür gemacht gerechnet so nahe Objekte (<100m) auch nur einigermaßen gut darzustellen, so daß diese Testergebnisse nur mit entsprechender Vorsicht zu interpretieren sind. Bei mir waren die Ergebnisse für einen 150/750 Newton grottenschlecht, am echten Sternenhimmel bin ich zufrieden mit dem was ich sehe.

    Die Referenz ist daher immer noch die Abbildung eines echten Sterns unter gutem Himmel.

    Hast du mal versucht ob du einen einzelnen Stern punktförmig abgebildet bekommst?

    Mein 70/700 Linsenteleskop ist sehr temperaturempfindlich. Wenn es zu kalt ist wird die Optik von ihrer Halterung in die Zange genommen und verformt.

    Dann gibt es keine runden Sterne mehr.


    Klare Sicht

    Detlev

    Danke für die Info!

    Musste erst mal googeln was KK bedeutet. Hoffen wir mal daß alle Beteiligten bei Denic&Co ihr Handwerk beherrschen und du nach dem Umzug auch stressfrei https aktivieren kannst. Müsste das Forum sonst geschlossen bleiben bis das die verschlüsselte Übertragung läuft?


    Gruß

    Detlev

    Und wenn ich wüsste daß morgen das Forum geschlossen wird, so würde ich heute einen Beobachtungsbericht ins Forum einstellen.


    Also dann...


    Der Verein rief zum spontanen beobachten mit unserem 10-Zöller am Stundenweg auf. Leider mußte ich zuhause Babysitter spielen.

    Also hab ich mein Glück von der Terasse aus versucht! Gegen 21 Uhr bin ich raus, das 6"-Newton und ein 3" Newton waren schon seit 20 Uhr draußen.

    Kalt war es nicht, ich hab nicht gefroren. Es war ein wenig diesig, die Mondsichel hatte einen Hof.

    Das 3" Newton fiel sofort aus weil sich der Fangspiegel gelockert hatte. Naja, für 10 Euro...

    Löwe stand nahe des Zenits, also ran an den Speck. Mit dem Deepsky-Atlas, Rotlicht und Rigel Quickfinder ging es ans Werk.

    Karte 11 und 19 halfen mir die DS-Objekte zu finden.

    NGC2903: Etwas länglich, vielleicht sogar asymmetrisch mit 25mm und 12,5mm Plössl. Schnell gefunden.

    Leo Triplett: Für mich waren sie heute nur zu zweit, M66 und M65. NGC3628 hatte heute frei im 25mm Okular. Hab länger gesucht als nach NGC2903 und weniger gesehen. Der Wackeltest sagte "da ist was", aber keinerlei Form auszumachen auch nicht mit 12,5mm Plössl.

    M96-Galaxiengruppe: Alle 4 gefunden, nach etwa 30 Minuten suchen im 25mm. M95 und M96 nach kurzer Zeit, M105 und NGC3384 ewig gesucht. Keine Formen erkennbar.

    NGC3344 habe ich gesucht und gesucht ohne Erfolg. Das "Sternendreieck" in dem NGC3344 sitzt habe ich gefunden, für Augenblicke sah ich auch den Stern direkt daneben, aber das war es, da kam nichts mehr nach. Es scheint so als wäre der Hochnebel immer mehr geworden, was erklären würde warum ich nicht viel sah.

    Das Ende kam urplötzlich, als Nachbars blaue Gartenbeleuchtung anging. Ich hab mich noch mit Pullover überm Kopf vor dem Licht geschützt, aber es half nichts, es war zu hell. Ende gegen 23:30 Uhr, kurz vor diesem Bericht.


    Trotzdem, ich bin zufrieden.


    Klare Sicht euch allen!

    Hallo Rudi,

    die ungleichmäßige Gewindesteigung der Schraube, das Taumeln bei falscher Zentrierung und die von dir erwähnte Befestigung kommen als Probleme ja noch oben drauf....

    Das Problem das mich hier umtreibt ist dass das (in Idealfall) konstante herausdrehen der Schraube eigentlich überhaupt nicht zu der Aufgabe passt

    das Brett mit der Kamera mit einer konstanten Winkelgeschwindigkeit zu schwenken. Einige Tüftler bauen sich deshalb einen Viertelbogen aus Gewindematerial und lassen darin ein Zahnrad mit Gewinde in der Mitte drin wie einen Mühlstein drehen während der Bogen dadurch rein/rauswandert. So entspricht die Gewindesteigung (im Idealfall) genau der Winkelbewegung.


    Glück im Unglück, für kleine Winkel von wenigen Grad passt das mit der geraden Stange so halbwegs. Aber wer eine längere Serie von Bildern macht stellt fest dass die ersten gut sind, nach hinten raus wird es aber immer schlimmer. Ich Kann mich noch an Berechnungen rund ums Pendel im 1.Semester erinnern, da galt rund um den Nulldurchgang auch sin(x) = x um die Rechnungen zu vereinfachen.

    Und wenn da schon ein kleiner Computer werkelt um die konstante Bewegung zu ermöglichen, dann könnte dieser statt konstanter Geschwindigkeit gleich eine sich regelmäßig ändernde Geschwindigkeit liefern aus der sich eine (relativ) konstante Winkelgeschwindigkeit ergeben würde.

    So zumindest die grobe Idee...


    Klare Sicht

    Detlev

    Hallo Rudi,

    Wissen kann ich keins beitragen, aber eine Idee:

    Bei zweiäugiger Betrachtung gilt es ja auch 2 Augen mit Licht zu versorgen. Doppelte Optik und doppelter Sensor.

    Eine Steigerung der (Seh)leistung ließe sich dann nicht über die doppelte Optik erklären sondern wenn überhaupt dann nur durch

    eine andere Verarbeitung im Gehirn.

    Beispiel: Jedes Auge hat einen blinden Fleck, mit 2 Augen zusammen kann das Gehirn das aber gut kaschieren.


    Viel Erfolg bei weiteren Nachforschungen

    Detlev

    Hallo Bastelfreunde!


    Eine Einarm-Barndoor wird gern als Einstieg in die Astrofotografie verwendet. Leider ergibt sich im weiteren Nutzungsverlauf ein Problem. Wenn man einfach eine gerade Gewindestange (oder ruhig auch was präziseres) nimmt das von einem Motor konstant gedreht wird, und das obere Brett hat eine Mutter oder ähnliches als passendes Gegenstück dann stimmt die Winkelgeschwindigkeit mit der sich die Bretter öffnen nicht. Am Anfang passt es, aber später wird der Unterschied zwischen dem Winkel den man überstreichen will und dem der überstrichen wird immer größer. Der beliebte Ausweg ist eine Zweiarm-Barndoor (Ein Brett schiebt ein anderes) bei der der Fehler deutlich kleiner ist.

    Aber zurück zur Einarm-Barndoor...

    Ein Schrittmotor in Kombination mit einer passenden Ansteuerung und einem Mikrocontroller kann für konstante Drehzahlen sorgen, muß aber nicht. Im Prinzip ist jeder beliebige Verlauf der Drehzahl denkbar, es muß sich nur per Software im Mikrocontroller beschreiben lassen. Und da kam mir die Idee, daß man ja entweder per Trigonometrie jedesmal ausrechnen könnte was falsch läuft und es korrigiert oder (wahrscheinlich praxistauglicher) das einmal vorher ausrechnet, eine Tabelle mit Stützwerten erstellt und der Mikrocontroller basierend auf diesen Stützstellen die Korrekturen zur Laufzeit interpoliert. Das Ergebnis wäre einfacher zu bauen als eine Zweiarm-Barndoor und hätte die verbesserte Nachführeigenschaften.

    Eine gebogene Gewindestange wären nicht erforderlich, die stabile Dreiecksform bliebe erhalten.

    Das einzige Problem wäre daß man der Software irgendwie mitteilen muß wo der Start ist, aber da könnte ein Taster helfen der beim zusammenfahren automatisch (nicht)gedrückt wird.

    Bin ich der einzige der so verrückte Ideen hat?


    Klare Sicht

    Detlev

    Hallo Günter,

    da war ich wohl nicht so ganz wach als ich den Beitrag schrieb ;-) Deine Messergebnisse zeigen daß deine Konstruktion funktioniert.

    Glückwunsch zur guten Idee!

    Anscheinend sind deine Lattenrost-Latten besser geeignet als jene die ich gefunden hatte. Meine waren wie Mutiplex-Platten aus einigen Lagen aufgebaut aber schon vorgebogen, entweder "ab Werk" oder vom ehemaligen Besitzer :-) Als ich sie schon weggeworfen hatte kam mir die Idee 2 dieser Latten gegeneinander zu schrauben/kleben um etwas zu bekommen was einem "Leimbinder" ähnlich wäre. Naja, vielleicht beim nächsten "Projekt".

    Mit aufwickeln meine ich 3 Latten an ihren Längsseiten mit Scharnieren zu verbinden, so da sie zu einem dreieckigen Hohlprofil zusammengefaltet werden können.

    Wenn die Außenkanten gezahnt wären müsste das sehr stabil werden. Flach gelegt nimmt das kaum Platz weg...


    Viel Erfolg beim weiteren Bau

    Detlev