Posts by Kaffee

    Hallo Rudi,

    man kann nicht jeden Tag lachen, man kann es nicht allen Recht machen und vor allem kann man Menschen nur VOR den Kopf gucken.


    Da zitiere ich doch gleich

    Paul Simon, und eines seiner stärksten Lieder:


    [...]

    “And in the naked light I saw
    Ten thousand people, maybe more
    People talking without speaking
    People hearing without listening
    People writing songs that voices never share
    And no one dared
    Disturb the sound of silence

    "Fools, " said I, "You do not know
    Silence, like a cancer, grows
    Hear my words that I might teach you
    Take my arms that I might reach you"
    But my words, like silent raindrops fell
    And echoed in the wells, of silence

    And the people bowed and prayed
    To the neon god they made
    And the sign flashed out its warning
    In the words that it was forming
    And the sign said, "The words of the prophets are written on the subway walls
    And tenement halls"
    And whispered in the sounds of silence“


    Pitschnasse Grüße aus dem Regen

    Detlev

    Ich glaube, Maria liest nicht mehr mit. Es war wohl ein wenig zuviel des Guten.


    Vielleicht noch ein paar Worte an sie und andere angehende SternenguckerInnen:


    Es ist als Anfänger nicht leicht aus der Menge an Antworten die man bekommt seine eigene Antwort zu finden.

    Niemand kann die Randbedingungen der eigenen Beobachtung erraten, niemand kennt die gesundheitlichen

    Einschränkungen, die verfügbare Zeit und die Vorstellung von dem, was die eigene Erwartung ist, wenn man durchs

    Teleskop blickt. Kein Fremder kann diese Fragen beantworten, und wenn man die Antworten selbst nicht kennt

    gibt es nur die Möglichkeit es auszuprobieren und so etwas zu lernen.

    100 Stunden googlen können einem nicht sagen ob man noch eine Nacht "da draußen" vebringen möchte wenn man schon

    eine Teleskopnacht erlebt hat.

    Mein Nachbar hatte Bilder wie vom Hubble-Teleskop im Kopf und war sehr enttäuscht als er zum ersten mal durch

    sein Teleskop sah. Beobachtung mit den eigenen Augen haben eben nichts mit den tollen Hochglanzbildern gemeinsam.

    Seine Weigerung, mit dem Teleskop mal die eigene Terasse zu verlassen führte zum schnellen Ende dieses Hobbys

    und zum Verkauf des Teleskops.

    Freunde von mir haben ein "ordentliches" Teleskop für einige Tausend Euro gemeinsam gekauft, und es zeigt ein tolles

    Bild. Leider wiegt es so viel dass der Transport und Aufbau zwei Personen erfordert. Es sieht kaum Sternenlicht,

    vielleicht 1x pro Jahr.

    Ein brauchbares Fernglas mit 50mm Linsen und 10-facher Vergrößerung (="10x50")zeigt zwar nicht viel bei den Planeten,

    kann aber schon einige Objekte außerhalb des Sonnensystems zeigen. Mit einem so großen Bildfeld durch die Milchstraße

    zu "surfen" ist einfach toll. Kommt später ein Teleskop dazu, wird es zum sinnvollen Zubehör. Ist der Spass am Sternenhimmel

    nur von kurzer Dauer, so kann es in so manchem Urlaub verwendet werden um die Gegend zu betrachten. Neuere Modell aus

    Kunststoff wiegen viel weniger als die alten Schätzchen. Mein modernes 10x50 wiegt nur halb soviel wie Omas 8x30 von 1985,

    das am Himmel nichts zeigt was man nicht auch mit freiem Auge sieht.


    Wer den Blick durch ein Teleskop kennt ist begeistert einen blassen Fleck am Rande der Sichtbareit zu entdecken.

    Wer nur die Bilder aus den Büchern kennt fällt beim identischen Anblick aus allen Wolken.

    Da hilft nur eins: Teleskopbesitzer besuchen und durch so viele Teleskope schauen wir möglich. Ein eigener Eindruck

    ist durch nichts zu ersetzen.


    Ob Anfager oder alter Hase/Häsin, ich wünsche euch allen klare Sicht


    Detlev

    Es sind manchmal die, von denen einige ihrer Zeitgenossen sagen, sie seien verrückt, die die Forschung voran bringen.

    Als Laie ist es manchmal sogar einfacher, denn es gibt dann keine Kollegen die einen täglich auf den richtigen Weg zurück brigen wollen.

    Aber Erfolge sieht man immer erst im Rückblick, nie beim Blick in die Zukunft. Hätte er nichts gefunden, er wäre einfach ein guter Musiker geblieben und kein Astronom würde seinen Namen kennen.

    Hallo zusammen,

    oje Mathias, da hab ich dir doch glatt ein "t" zuviel in den Namen gemogelt...'tschuldigung!


    Die optischen Fehler sind nicht das KO-Kriterium, man ist ja froh über jeden Blick in den Himmel der gelingt.

    Ich hab meinen 150/750 auch mal auf die "Astro3"-Montierung vom 70/700 Skylux geschnallt. Es hat erbärmlich geknackt beim schwenken, ich hab es sofort wieder entfernt. Deine Montierung ist da wohl ein gutes Stück stabiler. Und wenn alle Teleskope im Wechsel auf deine Montierung passen (besonders der neue Celestron C8!) dann ist ja alles super.


    Ja Rudi, "Welcher Stern ist das" von Joachim Herrmann, das ist ein Buch, das in jeden Astronomiekoffer gehört. Wenn man wenigstens ein paar Sternbilder erkennt, hilft das schon sehr beim auffinden. Googles "Sky Map" ist zwar heute auf jedem Smartphone drauf, aber die Zeichnungen im Buch reduzieren die Information auf das wesentliche, so dass nur das in diesem Moment wichtige zu sehen ist.


    Die Sache mit der Montierung erinnert mich an die Diskussion, was teleskopmäßig auf einen Balkon passt...


    Liebe Maria, hast du dir schon Gedanken darüber gemacht wo du beobachten möchtest, und wie du mit allem Zubehör dorthin kommst?

    Wieviel Fußweg "mit Gepäck", wie oft müsstest du zwischen Fahrzeug (Auto, Fahrrad mit Anhänger) hin- und herpendeln bis alles dort ist wo es gebraucht wird?


    Ich habe in 2km Entfernung einen dunklen Fleck in der Landschaft, der ganz gut zu erreichen ist. Wenn es noch dunkler sein soll müsste ich in den Schwarzwald fahren. Ich habe versucht aus einem Dachfenster zu beobchten. Man sieht was, aber man sieht es nicht so gut wie es sein könnte. Selbst von der Terasse, eingepfercht zwischen zwei Häusern, geht ein bischen was, aber der Blick ist natürlich eingeschränkt, und es steht und fällt alles mit der Lichtverschmutzung drumherum. Die Häuser strahlen ihre Wärme ab, Planeten wabern ein bischen wenn sie denn mal so hoch stehen dass ich sie von der Terasse sehen kann. Aber wenn die Zeit knapp ist, dann geht's raus auf die Terasse. Lieber 10x mittelmäßig beobachten als 0x mal richtig, so mein Ansatz.


    Es gibt auch einiges an nichtastronomischem Zubehör, die gerne vergessen werden: Warme Klamotten! Skihose, -jacke, Mütze, Handschuhe, und vor allem Schuhe mit vernünftiger Sohle, bei denen die Füße warm bleiben. Und eine Thermoskanne mit Tee oder Kaffee ist auch eine gute Idee. Es ist immer wieder erstaunlich, wie kalt es selbst im Sommer Nachts außerhalb der Siedlungen wird. Und die Temperatur fällt und fällt, bis die Sonne aufgeht. Witzigerweise kann man sich Nachts unter einem Sonnenschirm oder Vordach etwas aufwärmen, denn das schirmt die Kälte des Weltalls ab, und hält ein wenig die Wärme des Bodens fest.


    Und wenn der Himmel dann mal mitspielt, dann gibt es was zu sehen, ansonsten sieht man nix, wie so oft.

    Ich hab mir jetzt 'ne Gitarre gekauft, quasi als alternatives Abendprogramm...


    Klare Sicht

    Hallo zusammen,


    Matthias ich stimme mit dir überein, bis auf den kleinen Unterschied dass mein geliebter 76/700 ein Newton-Spiegelteleskop, ein sogenannter "Tchibo-Torpedo" war, umgebaut zum Dobson war es dann ein "Tchibson". Also keine Sorge wegen des Farbfehlers, den gibt es dort nicht, aber Sterne ganz am Rand werden zu Kometen mit einem kleinen Schweif. Der Effekt ist aber so klein dass er wirklich nicht stört. Man schaut eh meist in die Mitte, außer Mond und Sonne (nur mit Filter vor dem Teleskop!!) gibt es für dieses kleine Teleskop nichts flächiges am Himmel zu beobachten, und da fällt es nicht auf.


    Mein Exemplar eines 70/700 Linsenteleskops (Bresser "Skylux") war so grottig, einzig die Montierung ist noch in Gebrauch für Fotos. Andere sind begeistert von diesem Teleskoptyp, das lange Jahre bei Lidl gehandelt wurde. Die Exemplarstreuung ist wohl sehr groß, und als Anfänger wird ein Jahr vergehen bis man sicher ist, Schrott gekauft zu haben.


    Beim 76/700 Tchibo-Newton ist die Streuung sicher auch groß, und wer sich beim Kauf eines Newtons nicht traut mal vorsichtig an den Justierschrauben zu drehen, der hat kaum eine Chance das Potential seines Teleskop zu nutzen. Das dürfte mit ein Grund sein warum das 70/700 Linsenteleskop von Lidl einen bessere Ruf hat als das 76/700 Tchibo-Spiegelteleskop.


    Aber ohne stabilen Unterbau nützt selbst ein sehr gut eingestellter Newton nichts. Ich bin ein Heimwerker, der nur vor Wasser und Gas halt macht. Aber wer schon mal ein Spülblech in eine Küchenarbeitsplatte eingepasst hat, kriegt eine Dobson-Montierung hin, es ist wirklich keine Zauberei. In meiner Galerie sind jede Menge Bilder dazu, und wenn es nicht sofort sein muß beantworte ich auch gerne Fragen dazu.

    Mein Plan ist, zwei solcher Montierungen inklusive Adaption der Teleskope mit zwei Kindern (9 Jahre) zu bauen. Die grobe Form der Bretter lass ich mir im Baumarkt schneiden, die Aussparungen und Löcher bereite ich vor.


    Komplett verunsichert, liebe Maria?

    Suche Kontakt zu Teleskopbesitzern in deiner Nähe und schau durch ihre Teleskope. Frag ihnen Löcher in den Bauch. Nur so bekommst du wirklich ein Gefühl für die verschiedenen Optionen. Unser Verein sitzt z.B. in der Nähe von Karlsruhe...


    Ich wünsche euch allen klare Sicht

    Detlev

    Willkommen Marie, und ein Hallo in die Runde!


    ich habe selber erst vor ein paar Jahren angefangen durch Teleskope zu schauen, die Erinnerung an meine Anfänge ist noch frisch.

    Mit einem 76/700mm Spiegelteleskop vom Sperrmüll auf einer selbst gezimmerten Dobsonmontierung (eher ein Turm) hatte ich schöne

    Blicke auf Mondkrater, die Streifen des Jupiter und die Ringe des Saturn. Den Fleck habe ich vielleicht gesehen, aber nicht bewusst wargenommen. Die Cassini-Teilung sah ich weder mit diesem noch mit dem nächstgrößeren 114/900 Newton.

    Außerhalb des Sonnensystems ging erst mit einem 150/750mm Newton, nach größeren Umbauten weil das Bild eher schlecht war.


    Was mit bei allen Teleskopen durch die ich geschaut habe auffiel, war ein einfacher Zusammenhang:

    1. Wenn es wackelt, muß man einen Moment warten bis das wackeln aufhört.

    2. Wenn das gesuchte Objekt aus dem Blickfeld verschwindet, muß man das Teleskop irgendwie anfassen um es in Richtung Objekt zu drehen.

    3. Wenn man sein Teleskop anfasst, wackelt es. Weiteres vorgehen: siehe 1.


    Ob zwischen 1, 2 und 3 Spass beim beobachten aukommt hängt von 2 Eigenschaften ab:

    a) Wie schnell hört das wackeln auf?

    b) wie schnell bewegt sich das was man beobachtet aus dem Blickfeld? Stichworte: hohe Vergrößerung, kleines Gesichtsfeld.


    Bei kleinem Blickfeld und viel Wackelei kommt niemand zum Beobachten (hab ich selber erlebt). Wackelige Unterbauten lassen sich teuer mit Okularen die ein weites Gesichtsfeld haben "künstlich beruhigen", und preiswerte Okulare mit kleinem Gesichtsfeld lassen sich auf stabilen Unterbauten ganz gut verwenden. Mein Weg bisher ist ein selbstgebauter Dobson-Unterbau und preiswerte Okulare. Da wir gerade beim Geld sind eine schlechte Nachricht: Das Geld steckt schon nach kurzer Zeit nicht mehr im Teleskop, sondern im Zubehör: Karten, Bücher, Okulare, Sucher/Finder, Stative, Montierungen... all das kostet zusammengerechnet gerne mehr als das nackte Teleskop.

    Lass also noch ein paar Scheine im Geldbeutel.


    Was mir bei meinen ersten Gehversuchen schmerzlich fehlte war ein einfacher Weg schwach leuchtende Objekte überhaupt zu finden. Die hellen Planeten leuchten so stark, die springen dir ins Auge. Aber wie findest du diese fitzeligen Messier-Objekte?

    Meine Lösung war der Kauf des Deepsky-Reiseatlas in Kombi mit einem Rigel Quickfinder Led-Sucher. Die Idee, sich von Stern zu Stern zu hangeln ("Starhopping") ist so einfach wie wirksam.


    Egal welches Teleskop du kaufst, das beste Teleskop ist das Teleskop das auch benutzt wird. Den meisten Spass hatte ich mit dem kleinen 76/700 weil es so schnell einsatzbereit war.


    Viel Spass unter den Sternen und klare Sicht

    Detlev

    Hallo ihr zwei,

    auf einem Balkon ist der Einblick an der Rückseite ein Trumpf, der nicht zu schlagen ist. Ich habe es mit einem 114/900 Newton parallaktisch probiert...macht keinen Spass. Dann ist es wirklich nur die Entscheidung “Welches Schweinderl hätten's denn gern?

    Wenn das Budget geklärt ist, wäre “Was für das Geld noch auf den Balkon passt!“ meine Antwort. Sonst nagt der Zweifel an jeder Beobachtung? Bei letzten Zweifeln an der Handhabbarkeit könnte ein 1:1 Modell helfen, ggf. ausbetoniert oder mit alten Schrauben gefüllt.


    Grüße von unter den Wolken

    Detlev

    Ich glaube es ist das 12er, es kann aber auch das 10er sein. Seit der Verein ein 10er Goto-Dobson besitzt gibt es praktisch keinen Grund mehr, mal eben für etwas Deepsky das LX200 zusammen zu stöpseln. Einzig die umfangreiche Okularsammlung die mit dem LX200 erworben wurde kann teilweise am Vereinsteleskop eingesetzt werden.

    Aber dir ist die Gewichtsproblematik ja voll bewusst, ebenso die “Rüstzeiten“.

    Unabhängig von diesen Hürden ist ein gutes, großes SC oder MC sicher ein tolles Teleskop.

    Ich kann deinen Wunsch gut verstehen.

    Hallo zusammen,

    in unserem Verein haben 3 Astrofreunde ihr Geld auf einen Haufen geworfen und ein Meade LX200 gekauft. Es fristet ein trauriges Leben gut verpackt in wechselnden Kellerräumen, denn es ist sackschwer und braucht seine Zeit zum Auskühlen. Aufbau am besten zu zweit...

    Wie schnell hättest du dein Wunschteleskop den auf der Montierung? Wenn du es problemlos einsatzbereit bekommst, dann vergiss was ich geschrieben habe ?


    Detlev

    Hallo Skater,

    brauchst du Hilfe dabei überhaupt etwas am Himmel zu finden oder möchtest du den Blick durch den Sucher mit dem Blick durchs Teleskop in Einklang bringen?

    Oder ist es die Bedienung des Goto-Systems die dir Stress macht?


    Was an Zubehör sinnvoll ist kommt drauf an was du machen willst, und was du schon hast...

    Meine Glaskugel ist heute etwas trüb, vielleicht vertragen die Battieren die Kälte nicht so gut ;-)


    Erzähl doch mal genauer was nicht geht, dann kann dir vielleicht jemand helfen.


    PS: Deine Beiträge werden besser gefunden wenn du sie ins richtige Thema einsortierst.

    Ein Moderator mit Superkräften könnte diesen Thread verschieben...

    Hallo zusammen,

    ich stand vor einigen Jahren vor ähnlichen Entscheidungen. Nach einer totalen Enttäuschung mit einem Teleskop das 60mm Durchmesser hatte und auf 50mm abgeblendet wurde, dafür aber total wackelig war, habe ich mich an die "alten Hasen" hier im Forum gewendet, und für meine Zwecke (halbwegs transportabel, knappes Budget) wurde es ein gebrauchtes, parallaktisch montiertes Newton-Teleskop mit 114mm Durchmesser und 900mm Brennweite. Ich habe damit an Mond und Planeten einiges gesehen, vor allem nachdem ich für 100 Euro einen Motor nachgerüstet hatte. Aber in Sachen "Objekte außerhab des Sonnensystems" ging dem Teleskop einfach das Licht aus. Schon ein Newton-Teleskop welches nur ein wenig größer war zeigte mir mehr: 150mm Durchmesser, 750mm Brennweite. Bis das Geld dafür zusammen war, musste ein Newton (vom Sperrmüll) mit 76mm Durchmesser und 700mm Brennweite als "Notration" reichen. Meine Meinung: 76 und 114 mm nehmen sich nicht viel, das ist die gleiche Liga. Bei der Gelegenheit habe ich die Dobson-Montierung kennen und schätzen gelernt. Ich habe sie selbst gebaut, was nicht sehr schwer ist wenn man die Werkzeuge hat. Hier mal ein paar Bilder zum 150/750. Meine neueste Erwerbung ist eins mit 200mm Duchmesser und 1200 mm Brennweite. Unhandlicher, aber es fängt mehr Licht ein.


    Ich würde jedem Anfänger dazu raten, ein Teleskop mit Dobson-Montierung zu kaufen und die Montierung ggf. selbst zu bauen. Falls es Zweifel gibt ob auf dem Balkon genug Platz ist, kann man aus einem Stück Pappe ja mal ein 1:1 Model (flach) basteln. Ich helfe da gerne mit dem Zollstock aus und messe meine Exemplare. Da der Einblick seitlich ist, kann es ja nicht über die Brüstung ragen, das Balkongeländer darf aber auch nicht im (Licht)Weg sein. Es muß in voller Lebensgröße auf den Balkon passen. Überlegt vorher, was vom Balkon aus zu sehen sein wird. Ermittelt mal mit einem Kompass (App) die Himmelsrichtung, die Breite und die Höhe des "Himmelsausschnitts" den ihr seht. Leider gibt es nicht in alle Richtungen gleich viel zu sehen. Dazu braucht ihr keinen Winkelmesser, das kann man auch schätzen.


    Die Händler erkennen immer mehr dass eine Dobson-Montierung ein guter Start ist und bieten immer mehr Teleskope, auch kleinere, als (Einarm-)Dobson an.

    Eine parallaktische Montierung ist kein Teufelswerk, aber der Rotstift wird bei Einsteigerteleskopen zuerst am Zubehör angesetzt, und so ist die mitgelieferte parallaktische Montierung eines Einsteigerteleskops meist von Anfang an zu schwach. Sie schwingt lange nach, biegt sich durch und/oder knackt verdächtig wenn mal schweres Zubehör zum Einsatz kommt. Wer einmal erlebt hat wie wenig (bis gar nicht) ein Dobson nachschwingt, der will nicht mehr zurück.


    Oft gedacht aber vor dem Kauf nie zur Sprache gebracht: "Aber mit parallaktischen Mntierungen sind Langzeitbelichtungen möglich, mit Dobsons nicht...."

    Wer als Fotografie-Fan Angst um seine Foto-Ambitionen hat, dem sage ich: Mach doch erst mal Fotos nur mit der Kamera, ohne Teleskop, ohne Nachführung.

    Wenn dir das so gut gelingt dass es dich langweilt, dann wende dich an die Astrofotografen und frag die aus. Rechne aber damit dass du überhaupt nichts von dem was dir bei visueller Beobachtung gute Dienst leistete weiterverwenden kannst, noch nicht einmal das Teleskop.


    Zum dem von Rudi verlinkten Teleskopvergleich: Das sind generierte Bilder aus dem Computer. Die Realität sieht, wegen Lichtverschmutzung, Wetter, Standort, Optikfehlern und eigener Seherfahrung viel bescheidener aus. Nicht umsonst wird Astrourlaub im Busch von Tansania mit High-End-Teleskopen vor Ort angeboten und auch angenommen.


    Peter hat noch den Telrad angesprochen. Das wäre auch meine Empfehlung. Ein "Zielfernrohr" ohne Linsen, das rote Ringe auf eine kleine Glasscheibe projiziert. Ich benutze den "Rigel Quickfinder", den kleinen, handlicheren Bruder des Telrad. Mein starkes Auge ist das linke Auge. Da ich meinen Hals nicht gut nach rechts drehen kann peile ich daher nicht mit dem Auge dass dem Teleskop am nächsten ist, sondern mit dem anderen. Deshalb bin ich gar nicht traurig dass der Rigel wie ein Turm gebaut ist. Es gibt Sternkarten in denen diese Ringe abgedruckt sind ("Deepsky Reiseatlas"), so dass man abschätzen kann wie viele Ringbreiten man von einem markanten Stern in welche Richtung "springen" muß um etwas zu finden. Der Telrad malt einen Ring mehr als der Quickfinder, also muß ich beim aufsuchen den äußersten abgedruckten Ring ignorieren.


    Klare Sicht allen alten und neuen Teleskopbesitzern, und nicht nur denen eine schöne Adventszeit

    Detlev

    Hallo und willkommen im Forum.


    Zu deiner Frage kann ich keine exakt passendes Fachwissen beisteuern, aber eigene Erfahrung.

    Bei meinen ersten Foto-Gehversuchen musste ich auch feststellen dass ein Bilora Fotostativ mit Videoneiger mit einer Canon 1000D und einem 200mm Objektiv zum Fähnchen im Wind wurde, und dabei war noch gar kein Kugelkopf im Einsatz. Mein Ausweg war die Verwendung eines Teleskopstativs mit parallaktischer Montierung. Die damals geschossenen Fotos zeigten konstante Striche und keine Wackler. Meine Montierung ist ein älterer Nachbau einer "Astro 3", die mir komplett mit Teleskop für unter 50 € in die Hände fiel. Ob die allerdings mit 4 kg Kamera ohne Teleskop zurecht kommt, kann ich nicht sagen. Die Last-Angaben im Netz beziehen sich auf visuelles Beobachten mit (manueller/elektrischer) Nachführung, allerdings für mechanische Längen die mit Fotoausrüstung kaum erreicht werden, Stichwort "Hebel".

    Einen Adapter von Schwalbenschwanzschiene auf 3/8"-Fotoschraube war aus einem kleinen Brettchen schnell gebaut. Gibt's sicher auch irgendwo aus Metall zu kaufen. Leider fiel kurz danach das Objektiv aus, und seit ich 300mm Ersatz habe fehlt mir die Zeit. Natürlich hat so eine parallaktische Montierung keinen Kugelkopf, aber die einzelnen Achsen lassen sich frei drehen oder geklemmt mit feiner Übersetzung per (verlängertem) Stellrädchen bewegen. Zu vielen Montierungen gibt es Nachführmotoren, die kann man mit beliebig viel Technik im Lauf korrigieren. Wer nur mal reinschnuppern will baut sich eine "Barndoor Montierung", dann allerdings mit Kugelkopf, da wären wir dann wieder beim Thema.

    Detlev