Beiträge von Kaffee

    Hallo Rudi,

    dann geht es ja jetzt los! Ich bin neugierig was deine Nachforschungen ergeben. Vergiss nicht am Rand Markierungen zu machen um die Einbaulage reproduzieren zu können.

    Stimmen jetzt eigentlich die Blendenbleche im Tubus noch?


    Viel Erfolg

    Detlev

    Habs immer noch nicht nachgerechnet, aber wenn ich den Reallity Check anwende...


    Was sieht man von einem 7m roten Ballon in Dover von Calais aus, auf der anderen Seite des Ärmelkanals?

    ...nix...und wenn 50mm Brennweite normale Bilder macht ist das Bild mit 105mm Brennweite doppelt so groß. Rettet das Bild auch nicht...

    Ein 10x50 Fernglas vergrößert um den Faktor 10. Damit ist Mars bei guter Sicht als Minischeibchen von einem punktförmigen Stern zu unterscheiden, mehr aber auch nicht. Für die Kamera wären das 500 mm Brennweite.


    Lass den Mars, schnapp dir Orion!

    Klare Sicht

    Detlev

    Hallo fohn,

    ich bin gerade unterwegs und kann das jetzt nicht nachrechnen, aber ich weiß das Planetenbilder einiges an Vergrößerung erfordern damit man was sieht. Mein Versuch, Mars mit 200mm Brennweite zu fotografieren hat es nicht bis auf die Festplatte geschafft, den hab ich noch in der Kamera gelöscht. Ein winziges, rötliches Fleckchen das noch dazu verwischt war. Ich glaube mit langbrennweitigem Teleskop und einer sehr guten 5x Barlowlinse kriegst du die notwendige Vergrößerung hin. Eine DSLR mit Riesensensor braucht es nicht, es genügen viel kleinere Sensoren. Googel mal nach Webcam Astronomie. Da geht es um einige Meter Brennweite! Mit einer Volkmannschen Prüftafel

    Volkmannsche Prüftafel

    kannst du prüfen was deine Optik so her gibt.

    Aber wie schon angedeutet ist eine DSLR mit Objektiv, egal wie gut, das falsche Pferd für diesen Ritt.

    Trotzdem viel Spass und immer klare Sicht

    Detlev

    Hallo Rudi,


    die wachsende Anzahl von sinnlosen LED-Spots im Garten dürfte unter anderem am Preis liegen.

    Ich habe im Garten einen schaltbaren 10Watt LED-Strahler, der hat vor Jahren gerade mal 20 Euro gekostet. Für 5 Euro mehr gibt es den heute mit Bewegungsmelder. Mir reicht diese Lampe um Abends mit dem Gemüseabfall in der Hand den Weg zum Komposter zu finden. Andere haben höhere Ansprüche...

    LED-Beleuchtung verbraucht so furchtbar wenig, da kann jeder seine Allmachtsbeleuchtungsphantasien ausleben und sich trotzdem noch als Energiesparer fühlen.

    Ergebnis: Gefühlt ist jedes freistehende Einfamilienhaus nachts beleuchtet wie eine Kathedrale oder ein Flughafen, und jede Lampe lieber zu hell als zu dunkel, das andere Farbspektrum trägt auch dazu bei.

    Du hast Recht, Diebe wird es nicht verscheuchen. Bei unseren Nachbaren waren sie werktags zwischen 13 und 14 Uhr.


    Brauchen wir eine Lichtsteuer, mit €/Lux?

    Aber das würde doch die ganzen schönen Arbeitsplätze gefährden, und man kann doch niemandem auf seinem eigenen Grund vorschreiben was für Lampen er/sie benutzt, und überhaupt, dunkle Wege müssen ausgeleuchtet werden...
    Komisch, die Ablösung der Glühlampe geht doch auch ohne Bürgerkrieg, und wenn man das physikalisch angeht ist abgesehen vom sichtbaren Spektum jeder technisch genutzte elektromagnetische Frequenzbereich in seiner Nutzung reglementiert, einfach um den Frieden mit den anderen Nutzern dieses Frequenzbandes zu sichern. Bei sichtbarem Licht ist jeder von uns ein Nutzer, Sender oder Empfänger aber es gibt nahezu keine Reglementierung. Am besten wäre natürlich die weitere Verbreitung der eigenen Einsicht daß einem die Nacht nicht alleine gehört, aber das wird ein Traum bleiben, da bin ich mir sicher.

    New York's Leitspruch "The City that never sleeps" ist für uns nichts verachtenswertes sondern etwas positives. Würde wirklich jede Stadt diese Parole ausleben, optische Astronomie würde aus dem Leben verschwinden, ebenso wie sämtliche nachtaktiven Lebewesen. Nur ein, zwei Generationen später würde niemand etwas vermissen, so wie heute schon niemand mehr der kein Hobbyastronom ist das Band der Milchstraße am Himmel vermisst. Mein letztes Glühwürmchen habe ich vor 30 Jahren gesehen....


    nachdenkliche Grüße,

    Detlev

    Hallo Rudi,


    das vermeiden wollen von Präzedenzfällen erzeugt manchmal Präzedenzfälle. Hoffentlich können die Leute nach dem Umbau wieder durchschlafen.

    Astronomisch gesehen bringt es wahrscheinlich wenig bis gar nichts zwei Laternen zu verändern, der Lichtteppich wird dadurch nur unmerklich weniger.

    Wir haben zwar eine "alte" gelbe Laterne vor dem Haus, trotzdem ist da ohne geschlossene Rollos nicht an Schlaf zu denken.


    Grüße an alle gut ausgeleuchteten Teleskopbesitzer

    Detlev

    Zitat

    »Touchdown confirmed« – »Aufsetzen bestätigt« – das waren die erlösenden Worte der Missionssprecherin des Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, Kalifornien um 20:53 Uhr MEZ. Vorangegangen waren sieben Minuten atemberaubender Spannung, während die Raumsonde InSight ihre komplexe Choreografie für die Landung durchlief. Genau nach Plan trat InSight in die Marsatmosphäre ein – Radioteleskope auf der Erde, unter anderem das 100-Meter-Radioteleskop Effelsberg in Deutschland, verfolgten, wie die Raumsonde rasch immer langsamer wurde.

    Quelle: https://www.spektrum.de/news/b…em-roten-planeten/1610254



    NASA-Mission-Seite:

    https://mars.nasa.gov/insight/


    Die Landung als archivierter Livestream: (ARD Tagesschau)

    Hallo Olaf, und auch ein Hallo an alle anderen!

    Ach ja, willkommen in Forum, Olaf!


    Also ihr könnt über mich lachen, aber ich sehe auf dem Bild im linken Teil an allen hellen Sternen keine "Koma" oder sonstwie verformte Sterne, sondern nur je 4 "Spikes", also Beugungserscheinungen der Fangspiegelhalterung.

    Wenn ich das mal mit anderen Fotos vergleiche zeigt dieses ebenfalls hauptsächlich links Spikes, wahrscheinlich weil die meisten der helleren Sterne sich dort versammelt haben.


    Aber du hast ja angedeutet daß du nicht sicher bist ob man es auf dem Bild sieht.

    Hast du die Kamera mal im OAZ gedreht? Wenn der Fehler mitwandert dürfte es was an der Kamera oder deren Befestigung sein.


    Wenn du mit dem Händler über deine Beobachtung gesprochen hast, dann wird sein Tipp schon einer Idee folgen. Vielleicht möchte er testen ob das Lösen einer Schraube das Problem verändert. Vielleicht ist beim finalen Festziehen vor dem Versand der OAZ-Halter etwas platt- oder eingedrückt worden?

    Zu den Muttern:

    Ich besitze selber einen 6"-F5-Newton das "ab Werk" auf Foto getrimmt war und von mir für visuelle Beobachtung umgebaut wurde.

    Ich habe die kräftigen Pranken meines Vaters geerbt und kann trotzdem vorne in den Tubus, vorbei am Fangspiegel von innen an die OAZ-Schrauben greifen und die Muttern mit einem Finger andrücken. Das genügt in den allermeisten Fällen zum wieder festdrehen mit dem Schraubendreher. Falls das nicht reicht brauchst du eine passende "Nuss" aus einem Ratschenkasten. Es kann sein daß die Muttern mattschwarz lackiert sind und es deshalb etwas krümelt beim lösen. Nicht nur deswegen bitte mit liegendem Tubus machen, sonst landet alles was sich vielleicht doch ablöst auf dem Hauptspiegel. Am besten gleich auf einem Handtuch auf dem Fußboden arbeiten, dann kann nichts tief fallen.

    Schreibe dir auf welche Schraube du gelöst hast und ordne die Testfotos den Schrauben zu.


    Viel Erfolg

    Detlev

    Hallo Lutz,

    na wenigstens mal ein Haken auf deiner Liste. Meinen Glückwunsch dazu!


    Mit kalten Beobachtungsnächten wirst du dich wahrscheinlich arrangieren müssen. Selbst im Sommer wird es mitten in der Nacht ganz schön frisch, vor allem

    wenn so langsam die Bodenfeuchtigkeit die Beine hochkriecht.

    Beim Messiermarathon Ende März letztes Jahr fehlten bei mir nur noch Skistiefel und Ski, dann wäre ich fertig für die (blaue) Piste gewesen.

    Mit passenden Klamotten, 'ner Thermoskanne und ein paar Snacks kriegt man das alles hin. In der Gruppe hatten wir einen Riesenspass!


    Klare Sicht

    Detlev

    Hallo Rudi,


    mal sehen, vielleicht bietet sich mal eine Gelegenheit für einen Besuch, wo wir uns doch schon seit Jahren kennen ;-)

    Von Stanislaw Lem kenne ich nur die verrückten Geschichten um Ijon Tichy.


    Das oebn erwähnte Buch habe ich noch nicht gelesen, habe es aber mal von jemandem empfohlen bekommen.

    Den Inhalt kenne ich im groben. Hey, vielleicht leg ich es mir unter den Weihnachtsbaum.


    auch von meiner Seite liebe Grüße und gute Nacht (MIr fallen die Augen zu)

    Detlev



    Hallo Rudi,


    natürlich kenne ich den Obelisk aus 2001, keine Frage!

    Autor Arthur C. Clarke hat aber neben "2001" und den Fortsetzungen noch andere SciFi-Geschichten geschrieben. Unter anderem die von einem Raumschiff das quer durchs Sonnensystem fliegt, auf dem Weg von irgendwo nach irgendwo, ohne mit den Menschen Kontakt aufzunehmen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rendezvous_mit_31/439

    Hoppla, die Geschichte kommt tatsächlich nächstes Jahr in die Kinos:

    https://www.moviepilot.de/movies/rendezvous-with-rama--2

    Wer diese Geschichte kennt hat natürlich ein klare Vorstellung davon, was Oumuamua "in Wirklichkeit" ist...


    Ich wüsste sehr gerne mehr über Oumuamua, aber die Raumschiff-Theorie erscheint mir ähnlich weit hergeholt wie die Dinosaurier die man noch in den 1950er Jahren auf Venus vermutete. Die ungefähre Argumentationskette: Geschlossene Wolkendecke -> Wolken -> Nebelwälder -> Dinosaurier!

    Etwas nicht zu verstehen ist kein sicherer Beleg für Außerirdische


    Grüße

    Detlev

    Vor etwa einem Jahr hatte unser Sonnensystem Besuch.

    Ein Objekt flog hindurch, es war schon wieder dabei sich zu entfernen als es entdeckt wurde. Weil das Pan-STARRS-Teleskop auf Hawaii es entdeckte

    bekam es den schönen Namen "Oumuamua", hier die Daten: https://de.wikipedia.org/wiki/1I/%CA%BBOumuamua

    Mittlerweile spricht alles dafür daß es "von außerhalb" kam, also keinen Ursprung in unserem Sonnensystem hat.

    Die Größe ist nicht genau bekannt, das Längen- und Breitenverhältnis nur ungefähr bekannt.

    Tatsächlich hat man nicht mehr als die Helligkeitsschwankungen des Objekts. Alle Fotos und Animationen sind "künstlerische Darstellungen"

    Radiowellen hat es keine abgegeben, das wurde geprüft.


    Weil es bei seinem Flug an der Sonne vorbei eine leichte Ablenkung erfuhr wird spekuliert was der Grund gewesen sein könnte.

    Ausgasungen wurden keine aufgezeichnet, weshalb das Objekt auch als Asteroid gilt und nicht als Komet.


    Eine frisch veröffentlichte Publikation nimmt sich des Problems wissenschaftlich an, hangelt sich aber zum Schluss von einem "mal Angenommen" zum nächsten

    "und weiter angenommen" und bietet am Ende ein Sonnensegel als eine mögliche Erklärung an!


    Ein Stück Alientechnologie auf der Durchreise! Das Medienecho ist gewaltig und hallt immer noch nach....


    Josef M. Gaßner hat sich mal hingestellt um unaufgeregt Fact und Fiction wieder voneinander zu trennen:


    Hallo Johannes,

    da du immer darauf hinweist daß du dich hinter dem Teleskop sicherer fühlst gehe ich davon aus daß es eine bevorzugte freie Blickrichtung gibt.

    Falls nicht wäre es ja egal ob du neben oder hinter dem Teleskop bist während du in eine beliebige Richtung schaust.

    Wie sieht es denn mit der Belastbarkeit dieses Daches aus? Normale Dachpappe ist nicht so arg abriebfest beim drüberlaufen. Der pechschwarze Bitumenkleber

    rächt sich dafür und klebt im Sommer gern am Schuh. Da wäre ein billiger Teppich als gegenseitiger Schutz für beide Beteiligten sinnvoll. Wenn du das Dach baulich nicht dauerhaft verändern darfst, dann vielleicht temporär, mit Holzplatten (mit ein paar Antirutsch-Aufklebern) und ein paar Klecksen PU-Schaum in Tüten gegossen (mit einem Schuß Wasser dazu, sonst härtet da Zeug nicht aus) zum nivellieren?


    Viel Erfolg

    Detlev

    Hallo zusammen!


    Johannes, bei "leichter Dachschräge" auf der du beobachten möchtest würde ich zu einer Absturzsicherung raten. Ein "Geschirr" das du anziehst mit entsprechend kurzem Seil das an einem Dachbalken befestigt wird. Nachts verliert man gern mal kurz die Orientierung, und dann ist es passiert!

    Wie wäre es mit einem Seil als Geländer?


    Das beste Teleskop ist das Teleskop das auch benutzt wird, am besten unter gutem Himmel.


    Ich kann nur Empfehlungen für Teleskope geben die ich selber benutze:


    Für das Bresser Messier NT150-S (Newtonspiegel 6" F5) mit dem alten runden OAZ (kein "Hexafoc") sage ich: Wenn man es wie ich günstig bekommt für visuelle Nutzung eine schöne Bastelaufgabe für Leute die sich an einen Komplettumbau rantrauen. Ansonsten lieber was anderes nehmen.


    Zum Meade ETX-70 (Fraunhofer Linse 70/350) sage ich: Es ist auf dem Niveau eines Feldstechers, aber man bekommt keine lahmen Arme beim beobachten. Goto ist eigentlich zu viel des Guten aber leider hier notwendig weil es ab Werk keinen Sucher hat! Höhere Vergrößerungen zeigen die systembedingten Farbränder. Für Deeksky die falsche Wahl da zu wenig Öffnung. Es passt gut mit allem was es braucht in einen Rucksack.


    Diverse 76/700 Newtons hatte und habe ich in den Fingern, sie sind für die hellen Planeten und den Mond ein schöner Einstieg, für Deepsky aber zu klein.

    Der Unterbau ist fast jedesmal eine Wackelkatastrophe und gehört durch eine Rockerbox ersetzt.

    Das Bresser Galaxia 114/900 auf EQ-Sky-Montierung ist zwar größer, aber nicht viel größer. Die parallaktische Montierung ist visuell gerade so ok.

    Für mich spielen 76/700 und 114/900 bei mäßigem Himmel in der gleichen Liga, auf dem platten Land ohne viel Licht mag das anders sein.


    Celestron 76/300 Firstscope Minidobson? Ich habe es gebraucht gekauft und nach 3 Monaten wieder verkauft. Spielzeug oder Deko, aber nichts ernsthaft nutzbares. Es bräuchte Okulare für hunderte Euro.


    Mein Verein besitzt ein Skywatcher Flextube Skyliner Dobson mit 10"=254mm Optikdurchmesser und F4,7 =1200mm Brennweite. Das hat mit Goto vor ein paar Jahren glaube ich 1200 Euro gekostet, mittlerweile könnte der Preis gesunken sein. 19kg Teleskop + 25kg Unterbau, das ist außerhalb der Leichtbauklasse gar nicht mal so schlecht.


    Was du an Geraffel dazu brauchst bestimmst du selbst. Ein Stuhl ist sehr angenehm und verhindet daß man selber anfängt zu taumeln. Ein kleiner Klapptisch für die karten ist auch nicht verkehrt. Thermoskanne, Brotdose, Mütze, Schal, Handschuhe, ein Stück Styrodur um die Füße nach unten zu isolieren... es kommt einiges Nichtastronomisches mit auf die Reise, glaub mir!


    Gruß

    Detlev


    Nachtrag:

    Bresser Skylux 70/700 Linse Fraunhofer a.k.a "Lidlskop" auf parallaktischer "so-ähnlich-wie-eine-Astro-3-Montierung": Die gab es öfters mal zur Weihnachtszeit bei Lidl. Ich habe ein älteres Exemplar gebraucht gekauft, kann über die neueste Version daher nichts sagen. Mein Exemplar war mal wieder was zum lange dran basteln, und am Ende lag es von der Leistung in der Gegend von 76/700 und 114/900 Newton, allerdings mit weniger möglicher Vergrößerung. Gewackelt hat es auch, aber es war durchaus erträglich. Wegen der kleinen Öffnung und bescheidener Optikqualität ist mein Exemplar weder für Planeten noch für Deepsky gut geeignet. Für andere die vielleicht bessere Exemplare erwischt haben ist es der ultimative Tip wenn es um den perfekten Einstieg in unser Hobby geht. Ich sehe es mittlerweile so: Ich habe eine Montierung gekauft die meine DSLR tragen kann und das Teleskop gab es als Geschenk dazu.

    Hallo Johannes,

    (so zuhause am Schleppi schreibt es sich besser)


    wenn du gelegentlich an ein Auto herankommst sieht dei Sache anders aus. Dann ist nur noch die Frage "Wieviel willst du von der Wohnung zum Auto und zurück schleppen?"


    Eine immer wieder genanntes Einstiegsteleskop ist ein 8" F6 Dobson. F6 bedeutet daß die Brennweite 6x dem Spiegeldurcmesser entspricht. Das ist ein Öffnungsverhältnis daß noch einfach zu justieren ist, keine superteuren Okulare braucht und mit vielleicht 1,3 -1,4m Tubuslänge auch noch auf die Rückbank eines normalen Autos passt. Es wird so oft gebaut daß es in großen Stückzahlen von vielen Händlern verkauft wird und auch gebraucht tauchen immer wieder Exemplare auf.

    Aber du willst ja Goto...

    Ein Teleskop dieser Größe muß nicht auf eine Bretterkonstruktion (Rockerbox) gepackt werden, es kann auch auf eine sogenannte parallaktische Montierung und ein entsprechend stabiles Dreibein darunter montiert werden. Allerdings braucht es dafür eine richtig stabiile und damit auch teure Montierung.

    Wer da spart ärgert sich daß er überhaupt Geld dafür ausgegeben hat, denn das Teleskop wird bei jeder Bewegung nachtaumeln, nachschwingen und zittern. Erst wenn sich das Erdbeben gelegt hat kann man beobachten. Unscharf? Ein Griff ans Teleskop und das Erdbeben geht wieder los...

    Da hilft nur die Verwendung von schwerem, stabilem Material. Montierungen unterscheiden sich in ihrer sogenannten Tragkraft. Je mehr sie aushalten desto besser. Fürs fotografieren muß es nochmal eine Ecke besser sein, denn das Auge kann dem leicht zappelnden Stern folgen, die Kamera nicht.

    Nach meinem parallaktischem Ausflug mit 114/900 Newton bin ich von so einer Wackelei kuriert und nutze gerne ein Dobson, auch wenn der Nachführmotor schon etwas feines war. Der Motor hat übrigens soviel gekostet wie das komplette gebrauchte Teleskop inkl. Montierung und Stativ: 100 Euro!

    Planeten und den Mond konnte ich damit beobachten, bei Deepsky waren es nur ganz schwer zu erkennente Fleckchen, keine Spur vom Parade-Sternhaufen M13, der sonst immer auf der Titelseite landet...

    Das belegt die alte Astroregel die besagt daß das Teleskop am Ende der geringste Kostenfaktor sein wird. 300 Euro für ein 8"F6 Teleskop fallen bei 1400 Euro für eine NEQ-6 Pro Synscan Montierung nicht wirklich ins Gewicht, und dann haben wir auch noch nicht ein gutes Okular oder auch nur eine drehbare Sternenkarte gekauft, und die Tubusringe zur Befestigung fehlen auch noch, glaube ich.


    Bei Motorisierungen muß zwischen Goto und Nachführung unterschieden werden. Goto erfordert Berechnungen eines kleinen Computers und Motoren für zwei Achsen. Nachführung bedeutet "nur" die scheinbare Bewegung des Himels auszugleichen. Wenn eine Bewegungsachse auf den Himmelspol zeigt geht das mit einem einzigen Motor, der nennt sich dann "RA-Motor", der andere wäre der "DEC-Motor".

    Es gibt schiefe sich langsam bewegende Plattformen um sein Dobson draufzustellen, die führen auch nach. Für visuelle Beobachtung sind diese "EQ-Plattformen" absolut ausreichend. Man kan also als Dobson-Schubser anfangen und sich dann später so eine Plattform kaufen wenn man sie dann noch braucht.


    Fotografen brauchen parallaktische Montierungen weil sich sonst das Bild im Okular im Laufe der Nacht dreht. Bei einer Dobson-Montierung müssten sie jedes Bild einzeln zurückdrehen bis es passt und dann mit dem vorherigen Überlagern ("Stacken"). OK, das macht heutzutage die Foto-Software fast nebenbei, aber man will ja auch den Ausschuss niedrig halten. Auch nehmen Fotografen lieber Teleskope mit kürzeren Tuben, z.B. 8"F4, also 4x200=800mm Brennweite. Die Bilder sind dann schneller belichtet ("Schnellere Optik") und es wackelt nicht so. Da zeigt ein Newtonsystem aber schon sichtbar daß die Sterne am Rand zu Haaren (griech. "Koma") verzogen sind. Komakorrekturlinsen sind gegen Aufpreis (100€, 200€?) erhältlich, und mit viel Feingefühl kriegt man so ein Teleskop auch schön justiert.

    Als Einsteiger in die Astrofotografie geht es Anfangs auch ohne Motor. Brauchbare "Strichspuraufnahmen" ohne allzuviel mitfotografierten Flugverkehr ist auch schon mal eine Aufgabe die nicht am ersten Abend gelingt.

    So ein Fototeleskop oder "Fotokanone" ist visuell nicht optimal, weil der Kamerachip einen riesigen Ablenkspiegel ("Fangspiegel") braucht während fürs Auge ein viel kleinerer genügen würde. Die Iris im Auge ist viel kleiner als der Kamerachip! Da werden ein paar % Licht verschenkt. Ob man das immer merkt ist eine andere Frage. Mein Fangspiegel ist mit 46mm riesig im Vergleich zum 150mm Hauptspiegel, aber blind geworden bin ich davon noch nicht.


    Ich nutze kein Auto und bin daher mit 6" gewichtstechnisch glücklich. Mit Auto hätte ich wohl schon ein 8"F6 oder 10"F5 Dobson als Volltubus um damit in die Nacht zu fahren. Was mir unheimlich bei Deepsky geholfen hat war ein unterschätztes Zubehörteil: Ein Leuchtpunktsucher! Der Platzhirsch nennt sich "Telrad", ich habe den kleinen Bruder, der nennt sich "Rigel Quickfinder", einfach weil mir der Telrad zu groß und zu schwer erschien. Als Literatur dazu gibt es den Deepsky Reiseatlas. Die Sucher lassen beim Durchschauen vor deinem Auge rote Kreise in definiertem Durchmesser am Himmel erscheinen, und in den Karten sind die Kreise im gleichen Maßstab drin. Damit lässt sich sehr einfach abschätzen wo man mit dem Teleskop überhaupt im groben hin muß (3 Ringbreiten da hin und dann eine halbe da rauf...) und kann die Suche dann mit dem Okular fortsetzen. Es ist fast wie Straßenbahnfahren. "Suchen" wird zum "Finden".


    Für Beobachtungen in der Stadt gibt es Filter. "Anti Skyglow" oder "Light Pollution Filter" steht dann drauf. Ich habe einen und die Wirkung ist mit einer schwachen Sonnenbrille vergleichbar. Vielleicht gibt es bessere, mir bringt er hier nichts.

    Andere Filter wie OIII oder UHC lassen nur bestimmte Farblinien durch. Da bleibt das Lampenlicht draußen. Dazu kann ich dir aber nichts aus 1. Hand sagen, denn solche Filter stehen mir nicht zur Verfügung (€€€)


    Das mit dem Tau ist in manchen Nächten ein Problem. Die mir bekannten Maßnahmen gegen Tau sind eine kleine Heizung am Ablenkspiegel und eine Taukappe, also eine Verlängerung des Tubs nach vorne um 1/4 bis 1/3. Die Taukappe sorgt dafür daß das Teleskop einen kleineren (kalten) Himmelsausschnitt

    "sieht" und damit auch weniger Wärme abstrahlen kann. Das Teleskop kühlt nicht so schnell aus und der Tau sucht sich etwas anderes zum dran kondensieren. Es gibt diese Taukappen auch mit Heizung, denn sie werden tropfnass. Wahrscheinlich soll so verhindert werden daß Wasser in/auf die Optik tropft. Wenn die Taukappe nicht der kälteste Punkt ist kondensiert dort auch keine Feuchtigkeit! Eine Taukappe ist gleichzeitig ein guter Streulichtschutz. Das dürfte in der Stadt interessant sein.

    Die Heizung am Ablenkspiegel soll ihn 1-2 Grad über Lufttemperatur halten damit er nicht der kälteste Punkt ist. Zu warm darf es nicht werden sonst verbiegt er sich. Puristen halten ab und zu die hoffentlich noch warmen Finger an die Rückseite(!) des Ablenkspiegels und behelfen sich so auch ohne Heizung.


    In meinen Alben kannst du mein 150/750 Newton und seine Rockerbox sehen. Vielleicht ist ja Selbstbau was für dich. Ich gebe dir da gerne Tipps. Aber ich muß dich warnen: Dieses Teleskop war "Ab Werk" visuell unbrauchbar. Es lag in der Leistung hinter meinem 114/900 und zeige noch nicht einmal annähernd punktförmigen Sterne. Keine Ahnung was die Optikkonstrukteure sich dabei gedacht haben. Wahrscheinlich gar nichts. In der Zeit hätte ich auch was mit dem 8"F6 Spiegel aus meinem Keller machen können...


    Such doch mal Kontakt zu einem Verein in deiner Nähe, vielleicht haben die ein oder mehrere Vereinsteleskope?


    Klare Sicht

    Detlev

    Hallo Johannes,

    willkommen im Forum. Ich bin selber erst vor einigen Jahren eingestiegen, bezeichne mich immer noch als Anfänger. Was ich dir sagen kann ist folgendes: Trenne Fotografie und visuelle Beobachtung, sonst kaufst du zu viele teure Kompromisse. Ich selber bin über ein 114/900 Newton auf motorisierter Montierung zu meinem jetzigen 150/750 Newton auf Dobson Rockerbox (Selbstbau) gekommen. Linsenteleskope sollen besser für Planeten sein wegen der Obstruktion. Meine Meinung: um diese Unterschiede zu sehen muß das Spiegeltelrskop erst mal ordentlich justiert werden. Danach sieht man vielleicht einen kleinen Unterschied. Für Einsteiger ein Streit um des Kaisers Bart. Ein Goto-Teleskop habe ich auch, aber überleg mal logisch: wenn die Elektronik eines Goto-Teleskops Pflicht ist, was wird dann beim Bau zur Verhandlungsmaße? Antwort: Die Optik!

    Je weniger Schnickschnack dabei ist, desto mehr Geld fließt in die Optik. Okulare werden im Laufe der Zeit durch bessere ersetzt, so wie anderes Zubehör. Schrottzubehör ist ärgerlich, OK. Aber wo der Schrott anfängt da gehen die Meinungen auseinander.

    Besuch mal andere Teleskopbesitzer, dann siehst du mal wie groß und vor allem wie schwer Teleskope für Deepsky sind. 8“ , egal ob GSO Volltubus oder Skywatcher Flextube, das will man nicht per ÖPNV bewegen. Mein 6" passt mit Stuhl und Tisch in einen Handwagen, aber ich hab es auch nicht weit. Für Deepsky halte ich 6" für die Einstiegsdroge, Ende nach oben offen, je nach Geldbeutel. Fotografieren geht auch ohne Teleskop. Such mal nach Barndoor Mount. Die Eieruhr Barndoor hat es zu einiger Berühmtheit gebracht weil sie trotz einfachster Technik einen Einstieg erlaubt.

    Wenn Geld genug da ist such mal nach Reiseteleskopen. Die Firma Hofheim fällt mir da als Beispiel ein, es gibt aber auch andere die gut zerlegbare, leichte Teleskope bauen.

    Wenn die Wahl schwer fällt ist ein 10x50 Fernglas immer ein sinnvolles Zubehör das auch VOR dem Teleskop gekauft werden kann.

    So, der Akku meldet sich

    Klare Sicht

    Detlev