Posts by piu58

    > Habe es beim HTT im vergangenen Jahr schon gesehen.


    Da war's ja gar nicht so besonders. Ich freue mich auch auf das Treffen. Ich werde dort einen Vortrag über die Beobachtungsmöglichkeiten von ISON halten.

    > das vergeht rasch wieder.
    > Insofern wäre es eine Möglichkeit den eigenen Reflexen zu vertrauen.


    Bei der Sonne kann das kritisch sein. Ich habe mal einen Bericht gelesen, wie jemand aus Versehen in ein ungeschütztes Sternwarteninstrument geblickt hat - nach der Sonnenprojektion nicht aufgepasst und beim Schwenken das Auge getroffen. Er war sofort blind auf dem Auge, das verging wieder. Hatte danach monatelang ein geschwollenes Auge und Doppelbilder. Als nach mehreren Monaten die Akutphase beendet war, stellte der Augenarzt fest, dass ein Stück Netzhaut weggeschmort war, er hatte eine Art zweiten blinden Fleck.


    Ein Sternwarteninstrument von 30-40 cm Öffnung ist natürlich viel gefährlicher als ein kleines 5-cm-Fernrohr. Daher mein Rat, kein unnötig großes Instrument zu benutzen. Am Tage ist die Luftruhe ohnehin nicht besonders, am besten noch am Morgen. Man braucht keinen 8-Zöller.

    Mal wieder zum Thema: Wir alle kennen uns mit der Folie aus und wissen, dass sie nicht "plötzlich" ausfällt. Dennoch: Es wird geraten, ein Sonnenteleskop nie unbeaufsichtigt stehen zu lassen, Paradebeispiel: Schulhof. Es gibt eben wirklich nur diesen einen Filter, und der kann dadurch versagen, dass ihn jemand runternimmt.
    Auch Anfänger sind mehr gefährdet, als wir hier n diesem Diskussionsfaden wahrhaben wollen: Eine unzweckmäßig gebastelte Fassung, welche nicht straff genug ist und vom Winde runtergeweht werden kann ist z.B. nicht ausgeschlossen.


    Noch kritischer wird es, wenn man Planeten (oder Kometen!) in Sonnennähe aufsucht, mit Filter rauf - Filter runter. Schnell ist im Gehirn das falsche Bit gesetzt.


    Meine Ratschläge:
    - Keine unnötig großen Geräte benutzen
    - Immer erst die Hand hinter das Okular halten


    Für ganz sicherheitsbewusste: Natrium-Interferenzfilter aus der Spektroskopie filtern so viel Licht, dass man bei einem kleineren Instrument keine Schäden erleidet. Kann man sich in den meisten Fällen optisch leisten, natürlich nicht bei sehr tiefstehender Sonne. Für Kometenbeobachtung in Sonnennähe eigentlich fast ein Muss, bei der Suche am Himmel hat man schnell ein Stück Sonnenrand im Bild.

    > Das wahre Gesichtsfeld errechnet sich aus scheinbarem Gesichtsfeld : Vergrößerung


    Nur bei einfachen Typen. Das scheinbare Gesichtfeld entspricht stets dem visuellen Eindruck. Man kann es nur dann mit dieser einfachen Formel in wahres GF umrechnen, wenn die Vergrößerung des Okulars über das Feld konstant ist. Bei den extremen Weitwinkeltypen ist dies in starkem Maße nicht der Fall, das geht auch nicht anders, wenn man orthogonale Abbildung beibehalten will (gerade Linien bleiben gerade). Die Vergrößerung am Rand ist viel höher.


    Einen ähnlichen Effekt hat man bei Weitwinkelobjektiven normaler Kameras - der Rand ist stärker vergrößert, Personen am Bildrand haben wegen der differentiellen Vergrößerung Eierköppe. Geht optisch nicht anders bei orthogonaler Abbildung.

    Einfache Regel: gerade Anzahl an Reflexionen - Bild ist seitenrichtig, ungerade Anzahl: Bild ist gespiegelt. Der Newton liefert als ein seitenrichtiges Bild, was aber auf dem Kopf steht - normale Sternkarten können benutzt werden. Ein SC, Mak oder Refraktor mit Zenitspiegel liefert ein gespiegeltes Bild, man benötigt seitenverkehrte Karten.


    Nur mit Linsen bekommt man keinen Seitentausch hin.


    Ein kopfstehendes Bild kann man freilich optisch aufrichten. Das Problem des fehlenden Fokusweges wurde beschrieben. Wenn man dauerhaft so beobachten wollte (also überhaupt nicht mehr astronomisch) könnte man den FS versetzen, um Lichtweg zu gewinnen.

    > Würde ich auch mit mindestens 65 Grad nehmen, je nach Preis auch 82-100 Grad. Aber das eilt nicht.


    Es geht nicht nur ums Geld, sondern auch ums Gewicht. Ich benutze standardmäßig (für Deep Sky un Kometen) Erfles, für Planeten Plössls. Ich habe immer mehrere Okulare in den Hosentaschen - wenn ich bei 200x ein schwaches Objekt gerade eben gefunden habe, dann zum Okularkoffer gehe, zurückkomme, Okular rein, scharfstellen - dann ist es weg. Also Hosentasche. Mit Naglern würde es mir die Hosen ausziehen, ganz abgesehen von der Balance des Instruments.

    Es werden meist Plössl-Okulare beigelegt. Diese liefern zwar in der Bildmitte ein scharfes Bild, sind also durchaus brauchbar. Meist empfinden man nach einer Weile das Sehfeld als zu gering (um die 50°) und sieht sich wenigstens nach Erfle-Typen um, z.B. den beliebten Goldkanten. Aber da hat jeder einen anderen Geschmack.


    Es geht bei Okularen nicht zuerst um die Marke, sondern um die optische Konstruktion.

    Am Teleskop komme ich mit den vielen Bleistiften eines ganzen Satzes nicht zurecht. Ich benutze etwas sehr hartes (meist 4H) zum vorzeichnen und für sehr helle Bereiche und einen HB für Schatten. Da ich Bleistifte beim Beobachten immer hinter Ohr klemme, geht das gerade auf .-)
    Am Schreibtisch fülle ich shwere Schatten ggf. mit einem 3B auf (kommt vor allem am Mond vor). Den benutze ich am Instrument nicht, der teifdunkle Graphit neigt zum Verwischen und behelligt dann die Lichter. Schatten werden nur umrissen und ggf schraffiert am Instrument.

    Das 1000-mm-Objektiv "entsteht", wenn du eine 20x-Glas vor eine 50-mm-Optik hältst. Ebenso wie beim Auge wird das Bild 20x vergrößert, was einer effektiven Brennweite von einem Meter entspricht. Die Blendenzahl ist dann 1000/80, also etwas lichtschwächer als f/11.


    Zur wirklichen Brennweite der Optik: Ferngläser sind relativ kurzbrennweitig, im Bereich f/4 bis f/5. Es dürfte sich also um eine Brennweite im Bereich von 320 ... 400 mm handeln, was auch mit der Baugröße übereinstimmt.

    Das sind gewiss Interferenzerscheinung an dünnen Schichten. Ähnlich dem Schillernden Bunt dünner Seifenblasen oder eines Ölfilms auf Wasser. Der Luftspalt ist eben nicht gleichmäßig, sondern wird in der Linsenmitte zu dünner und nähert sich dem Nanometerbereich, wo solche Effekte auftreten.

    Für Mond und Planeten ist ein SC schon eine gute Wahl. Aber ein 8er ist auch ein ganz schöner Klopper für deine Verhältnisse. Es gibt optisch sehr gute 6-Zoll-Maksutovs, die sind leicht genug für eine azimutale Montierung. Ich habe meine Intes Mak auf eine GSO ATZ-Montierung gebracht, die Gabelmontierung ist eingemottet. Damit kann man viel sehen - mehr ergibt die Luftruhe nur selten. Und es ist alles leicht handhabbar.

    > durch das okular zu fotographieren bekomm ich nicht hin


    Einfach die Kameralinse an das Okular halten, den Fotoapparat vorher auf unendlich einstellen. Kompaktkameras oder gar Handys eigen sich dazu besser als Spiegelreflexkameras, weil die Linsen kleiner sind.

    Am besten ist es, du hälts mal eine Digitalkamera an das Okular und zeigst das Bild hier.


    BTW: Hast du ein Okular drinnen? Oder schaust du direkt auf den Fangspiegel (das gäbe so ein Bild).

    Es freut mich, dass du vorwärts kommst. Sternhaufen inmitten vorn Sternfeldern, das ist wohl die Domäne dieses kleinen Instrumentes. Hoch vergrößern ist schwierig, die von dir erreichten 46x lassen sich nicht wesentlcih übertreffen. Den Saturnring erkennt man damit, auch die Jupitermonde und zwei Hauptstreifen sowie die Phasen der Venus. Auch auf Sonne und Mond gibt es viel zu entdecken.